Volume 
1914
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3 . Jahrgang Nr. 2»

Der Vortrupp re. ««ober

herausgegeben von I)i'. Hermann M. Kapert, Hamburg, und Kapitänleutnant a. D. hanspaasche, Berlin. verantwortlicher Schriftleiter: I)i. pllil.R. Kraut, Hamburg 20.

Mitteilungen

des Deutschen Vortrupp-Bundes

Nr. 10

In zwangloser Reihenfolge (von Oktober bis Mai in der Regel einmal monatlich) als Beilage zumVortrupp" für die Vortrupp-Gruppen und Vortrupp-Freunde herausgegeben von der

Geschäftsführung desDeutsche» Vortrupp-Bundes"

1914

was sollen wir tun?

Zuerst eine Beantwortung durch die ver­neinende Stellung dieser Frage, also: was sollen wir nicht tun?

(. Keine Arbeit leisten, die wären wir nicht zu ihrer Übernahme da, von be­zahlter: Kräfte:: geleistet werden würde.

2. Nicht in: ersten Dränge der Hilfsbereit­schaft eine Arbeit übernehme::, die unsrer Art, unsern Kenntnissen und Fähigkeit nicht entspricht; wir könnten dann in derselben Zeit an andrer Stelle wertvolleres leisten.

Ich glaube, wer nach diesen beiden Grund­sätzen sein Gewissen befragt und sich dann mit ganzer Kraft an der für ihn rechten Stelle des großen vaterländischen Hilsswerks einspannt, der hilft mit znn: Siege unseres Volkes.

Aber es werden viele unter uns sein, welche noch nicht das rechte Arbeitsfeld gefunden haben, es gibt vielleicht noch Vortrupp- Gruppen, welche noch keine Kriegsarbeit ein­geleitet haben. Ihnen möchte ich ein paar Vorschläge machen, wir dürfen keine Se­kunde meinen, daß setzt, wo das heiße Ringen unsrer Brüdcr in Gst und West unser aller ^ herz und Sinn in erster Linie erfüllt, unsre Arbeit für die innere Gesundung unseres Volkes und die Lebensreform des Einzelnen ruhen oder auch nur weniger kraftvoll gehandhabt werden dürfte, wir, die wir bisher in: Vor­truppsinne gearbeitet haben, dürfen froh sein in den: Gedanken, dadurch zu einen: kleinen Teile vielleicht mitgewirkt zu haben zu der großen, schönen Erhebung Deutschlands, das aufstand wie ein Mann. wir müssen jedoch weiter denken, wir müssen arbeiten, daß die Ideen, um die wir in: Frieden kämpften, auch ;

draußen in: Felde ihren Wert behalte,:; wir müssen arbeiten, daß die Daheimgebliebenen innerlich stark und gesund ihre Pflicht fürs Vaterland erfüllen; wir müssen arbeiten, daß wir wenn die Friedensglocken unser Land, wieder durchklingen, ein Volk der werdenden bleiben, das auf steigender Bahn vorwärts strebt. Es gibt wohl keinen unter uns, der sich nicht schon die sorgenvolle Frage vorgelegt hätte: wie wird unser Volk innerlich aus diesen: Kampfe hervorgehen? Laßt uns nicht grübeln und sorgen an uns und unsern: Verhalten in dieser Zeit wird es liegen, wie die Zukunft sich gestaltet. Laßt uns Sämänner sein, die reichen Samen ausstreuen und mit starken: Glauben der Ernte warten.

Der Vortrupp" soll uns dazu helfen. Geben wir seine einzelnen Nummern den vor den Feind ziehenden Kriegern in die Hand. wir helfen ihnen dadurch über die langen Stunden einer oft mehrere Tage dauernden Eisenbahn­fahrt hinweg und streuen gleichzeitig unsern Samen aus. wenn mehrere Mitglieder einer Vortrupp-Gruppe sich Erlaubnisscheine zum Betreten der Bahnsteige während der Truppen- beförderungen verschaffen, wenn weiter die Mitglieder einer Gruppe ihre Vortrupphefte den: guten Zweck opfern sie lassen sich ja in ruhigeren Zeiten gar leicht in Buchform wieder anschaffen dann ist dieser Vorschlag sehr wohl durchführbar.

Unsere verwundeten, die, geistig total ge­sund, die langsame Heilung ihrer Verletzung abwarten müssen, bitten uns um Bücher, die ihnen über die langsam dahinschleichenden Krankheitstage hinweghelfen sollen, haben wir ihnen wohl etwas besseres zu geben als unsernHelmut harringa" ? Können wir wohl besser unser Amt als Sämann erfüllen, als wenn wir den Lazaretts von Vierteljahr zu Vierteljahr eine fortlaufende Lieferung des Vortrupp" überweisen? Ich bin überzeugt, daß gerade die während der Kriegszeit er-