Volume 
1914
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3. Jahrgang Nr. U D g V D 0 v t v U P p l. Juni tz

herausgegeben von Dr. Hermann M. Popert und Kapitänleutnant a. D. S Hans Paasche. verantwortlicher Schriftleiter: vr. R. Kraut, Hamburg ?

^Ainderbeilage^

- von !

! Nr. 6 Heinrich Scharrelmann M4 j

Die Tarnkappe.

2ln einem der nächsten Tage, es war ein Sonnabend Nachmittag, wollte Anni ihren Gnkel besuchen. Der hatte ein Gold- und Silber­warengeschäft und wohnte weit draußen am anderen Ende der Stadt. Anni hatte ihre Kaxxe aufgesetzt und schritt munter die Straße ent­lang. Als sie dann aber in die Hauptstraße, wo sich Schaufenster neben Schaufenster befand, einbog, ging sie doch langsamer, um hier und da die ausgelegten Sachen zu betrachten. So blieb sie auch ein paar Augenblicke vor einem Spielwarengeschäft stehen und besah die hübschen großen puppen und die Bilderbücher und Baukasten und Bälle in der Auslage.

Dicht neben ihr gingen zwei kleine Kinder, ein Knabe und ein Mädchen, die mochten fünf oder sechs Jahre alt sein. Beide drehten aber dem Schaufenster den Rücken zu und blickten weinend bald nach rechts, bald nach links die Straße hinab.

Anni hörte, wie der kleine Junge zu seinem Schwesterchen sagte: Ich weiß auch nicht, wo wir hin müssen. Ich kann auch nicht wieder nach Hause finden!" Und dann fingen beide laut an zu weinen, daß die Vorübergehenden anfingen aufmerksam zu werden.

Anni zog ihre Kappe vom Kopfe und fragte:habt. ihr euch ver­laufen?" Der kleine Junge nickte und heulte weiter.Wo wohnt ihr denn?"In der Klinkerstraße". Anni wußte aber auch nicht, wo die Klinkerstraße war; doch sie nahm beide Kinder an die Hand und sagte:Kommt nur mit, ich bringe euch hin."

Die Kinder weinten weiter, aber sie folgten Anni doch. Ein paar Schritte waren sie gegangen, da begegnete ihnen ein Schutz-