Volume 
1914
Page
1
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

tz r. Jahrgang Nr. L ^OvIvUPP l. Februar

? Hevünsgegeben von vr. Hermann M. Popert und Aapitänleutnant a. V. 5 Hanspaasche.verantwortlicher S chriftleiter: Dr. R. Kraut, Hamburg 20

Nr. 2 Heinrich Scharrelmann »sn '

Ainderveilage

Die Tarnkappe.

Anni war ein gutes Kind. Als sie des Abends im Bett lag und noch nicht gleich einschlafen konnte, dachte sie über den Schatz, den sie nun hatte, nach. was konnte sie nicht alles mit der Tarnkappe Gutes und Schönes beginnen! Sie beschloß, sie jeden Tag auf­zusetzen und so unsichtbar gemacht andern zu helfen, wo und wie sie nur vermochte.

Ach, mußte das schön sein, unsichtbar in Häuser und Stuben zu kommen, auf der Straße die Menschen zu belauschen und jedesmal, wenn irgendwo ein Mensch in Not war, ihm unerkannt beizusxringen und zu helfen.

Mit solchen Gedanken schlief sie ein.

Am anderen Morgen fühlte sie gleich in ihrer Tasche nach, ob die Tarnkappe auch noch darin war. Richtig, da war sie noch! Be­ruhigt zog sich Anni an, trank fröhlich ihre Milch und sprang dann hinaus auf die Straße. Hinter der Haustüre setzte sie die Zauber­mütze auf den Kopf.

Sie blickte rechts, sie blickte links die Häuserreihe hinab, ob sie nicht irgendwo jemanden sähe, dem sie hätte helfen können. Aber sie fand niemanden. Wohl waren Menschen genug auf der Straße, aber keiner schien ihrer Hilfe benötigt zu sein. Ein wenig enttäuscht stand sie wartend da und überlegte, was sie nun beginnen sollte. Darm schritt sie endlich entschlossen die Straße entlang. Irgend- etwas würde sie doch wohl erleben.

Sie war auch noch garnicht sehr weit gekommen, da hörte sie aus einem offenen Fenster eine Frauenstimme rufen:Männi, Männi!