tz 5. Iahrgang Nr. ^ DovtrUP)) ^ Ianuar ,9« tz
^ herausgegeben von vr. Hermann M. Popert und Aapitänleutnant a. D. 5
^ Hans paasche. — verantwortlicher S chriftleiterr Dr. R. Kraut, Hamburg 20 ^
^Ainderbeilage ^
^ von ^
! Nr., Heinrich Scharrelmann »9N ^
Die Tarnkappe.
Line Geschichte in Fortsetzungen.
An der westerstraße lag ein hohes, düsteres Haus. Ls hatte drei Stockwerke und viele blinde Fensterscheiben, es sah überhaupt etwas verwahrlost und unordentlich aus. „j)fand-Leih- und j)rodukten- geschäft von Wilhelm Krämer" stand in großen schwarzen Buchstaben, die der Regen schon arg abgewaschen hatte, auf einem mächtigen Schilde über dem Hauseingang zu lesen.
Sah das Haus von draußen schon sehr unfreundlich aus, so war es drinnen noch schlimmer. Auf dem düsteren mächtigen Flure standen Kleider- und Wäscheschränke und Komoden, Nachttische und Spiegel und Nähmaschinen, Sprungsederrahmen und auseinandergeschlagene Bettstellen so eng nebeneinander, daß die beiden schwarzen Katzen, die in das Haus gehörten, kaun: noch zwischen den Möbeln durchschlüpfen konnten.
In allen Stuben aber, bis oben unter das Dach hinauf lagen und standen und hingen Tausende von Anzügen und Kleidern, Stapel von hoch aufgeschichteten Bettstücken, fertige Wäsche in dicken packen, woll- und Baumwollstoffe und Leinensachen aller Art waren in dicke Bündel verschnürt auf hohen Holzgestellen aufgeschichtet. Unter den Stubendecken dagegen hingen an schmalen Leisten und Drähten taufende von neuen und schon getragenen Schuhen und Stiefeln und Hunderte von eingerahmten Bildern.
In einem der hinterzimmer war das Kontor von Herrn Krämer. Die Tür dieses Zimmers war mit einem doppelten Schlosse versehen, denn hier wurden in alten festen Schränken die Gold- und