Jahrgang 
1914
Seite
633
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Der Vortrupp

3. Jahrgang Nr. 2^ November WH

Der heilige Krieg.

wenn es je einen heiligen Krieg in der Weltgeschichte gab, so^ist der gegenwärtige Krieg einer, und wenn je unbefangene Geister über eine Tatsache einig waren, so sind sie es über diese.

Es bedarf nicht der Beweisführung darüber, daß dies ein Krieg des Geistes wider die Aufwallungen vorinenschlicher, also tierischer Ichheit ist.

Von dieser Sachlage aus sind alle die Einzelheiten und Begleit­umstände bei der Einleitung und Führung dieses Krieges erklärbar, ja man könnte wunderbare Beweisbilder in Hülle und Fülle dafür beibringen, daß es hier auf beiden Seiten heißt:Sie müssen!"

Wir als Deutsche, wir wissen zunächst, daß und wie wir diesen Krieg führen müssen. Es heißt irgendwo bei den alten Propheten einmal, daß eine Zeit kommen werde, da niemand den Bruder lehren werde: Erkenne den Herrn! weil sie alle, vom Kleinsten bis zum Größten ihn erkennen werden. Nun, so viel hat sich von diesem Wort in unsern Tagen erfüllt, daß der Geist der Wahrheit diesen Krieg als den seinen in jedem von uns kenntlich gemacht hat, ohne daß es dabei der belehrenden Mithilfe von menschlicher Seite bedurft hätte. Heute darüber belehren wollen, hieße blind sein gegen den Geist, ja hieße einfach vom Geiste nicht ergriffen sein. Wir sind alle durch den Geist zu einem Leibe geworden, und wer diesen Geist nicht in sich fühlt, ja, wen er nicht treibt, der ist nicht sein.

wer aber nicht sein ist, dem haben wir nichts mehr zu sagen.

wenn je, so hassen wir heute die Lüge in irgendwelcher Form. wir hassen sie in einer Unbarmherzigkeit, in der wir uns von allem scheiden, was sich der Lüge verschrieben hat, und koste es Blut und Leben. Denn dies Leben hat für den deutschen Geist nur so viel Wert, als es von Wahrheit durchdrungen ist und von ihr beherrscht wird. Das ist derselbe unerbittliche Geist, der den Apostel Petrus zu Annanias und Sapphira sprechen hieß: Du hast nicht Menschen, sondern Gott gelogen!

Lüge ist also eine Sünde wider den Geist, und wir wissen, daß dem Menschen diese Sünde nicht vergeben wird: Blut muß sie abwaschen.

Mit Lügen sind die Geschütze unserer Feinde geladen, und auf wen sind ihre Visiere eingestellt? Auf den heiligen Gottesgeist der

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