Volume 
1914
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385
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Der Vortrupp

3. Jahrgang Nr. ^3 Juli WH

Glaub' an die Lache, der du dienst.*)

Es ist nötig geworden, diese Mahnung auszuforschen. Von den Nach­kommen der Freiheitskämpfer, von den Enkeln derer, die das Deutsche Reich schufen, lassen sich viele irre machen an ihrem Willen zur Tat.

Das können wir Andersgearteten, die wir uns stolz Vortruxxleute nennen, nicht dulden. Wir vom Vortrupp wissen, daß das Deutschtum erstarkt, wenn es gelingt, den Deutschen eine gemeinsame große Arbeit zu zeigen, und wenn diese Arbeit treu von der Mehrheit getan wird. Wir wissen auch, daß den Deutschen, die heute wirken, eine große Aufgabe zufällt: die endliche Zusammenfassung deutscher Kultur.

wir kennen die Fehler, die bisher oft das Schicksal des deutschen Volkes bestimmten: die Unbeständigkeit, die Zersplitterung der Kräfte, welche staunenswerten Leistungen hat das deutsche Volk vollbracht, wenn es einmal gelang, allen Deutschen ein gemeinsames Ziel zu zeigen. Aber die auffallendsten solcher Leistungen waren meist Kriege, die doch nur erst dazu halfen, Grundlagen zu schaffen, auf denen wirkliche Kultur aufgebaut werden könnte. Unser Streben ist, die Kräfte des Deutschtums zu einer großen Kulturarbeit zusammenzufassen, zu der die Zeit jetzt reif ist.

Ein großes Hemmnis dabei ist die Unzuverlässigkeit, die dadurch ent­steht, daß sich Menschen, die einer Sache dienen, plötzlich irre machen lassen und abfallen. Ihre Tatkraft wird immer wieder durch Zweifel und Bedenken gelähmt. Es fehlt ihnen also eine Kraft, die ihnen über Zweifel hinweghilft, eine Kraft, ohne die, das sehen wir, kein stetiges Menschenwerk möglich ist: der feste Glaube an die Sache. Und damit schaden sie sich selbst. Sie verlieren den Freund, werden zum Spott ihres Feindes und werden um den Erfolg ihres Lebens, um ihr Glück, be­trogen.

Ein Wanderer, der zweifelt, ob das Ziel seiner Wanderung erstrebens­wert sei, vergißt das Vorwärtsgehen oder geht unlustig vorwärts und kommt nicht froh und gekräftigt am Ziele an. Das ist dann keine Wanderung, wie sie sein soll. Und so ist es mit dem Leben derer, denen der Glaube an ihre Sache fehlt. Unsere Mahnung:Glaub' an die Sache, der du dienst", muß sich heute sogar an einen Teil der Zugend richten,

) Festansprache an den ersten Deutschen Vortrupp-Tag.

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