er Vortrupp
3. Jahrgang Nr. 6 ^6. März WH
Line nationale Gefahr.
Gedanken über Ernährung und Wehrfähigkeit.
Die neue Heeresvorlage ist bewilligt, die Neu-Formationen sind schon gebildet, in Zukunft soll eine viel größere Anzahl von Rekruten als seither eingezogen werden. Eine Frage, die hierbei in erster Linie gestellt werden mußte, die Frage, ob wir auch genug Mannschaften haben werden, mn die vielen neuen Truxpen- körxer vollzählig bilden zu können, hat der Kriegsminister bejaht; also muß es wohl so sein. Und wir haben ja tatsächlich trotz unserer fallenden Geburtenziffer bisher alljährlich einen großen Überschuß an Rekruten garnicht einstellen können.
Line andere nicht minder wichtige Frage aber lautet: Sind alle künftig zur Einstellung kommenden Mannschaften auch wirklich befähigt für die harte Schule des Heeres, werden sie sicher den Strapazen des Heeresdienstes oder gar eines modernen Feldzuges, etwa eines Winterfeldzuges gegen Rußland, gewachsen sein?
Der Kriegsminister wird auch diese Frage bejahen, er wird sich eben auf die Angaben seiner Militärärzte und Aushebungskommissionen verlassen müssen; persönlich kann er ja in diese Verhältnisse keinen Einblick haben. Aber auch diese seine sachverständigen Berater konnten bisher bei der Flüchtigkeit der Eindrücke, die sie bei einer Musterung und Aushebung bekommen, starker: Täuschungen ausgesetzt sein.
Einer aber, der dauernd im praktischen Leben steht, der täglich mit der Bevölkerung in Berührung kommende praktische Arzt, namentlich der seine Klientel besser überschauende Landarzt, konnte im Laufe der letzten Jahre mehr und genauer beobachten, und er mußte — das sollen meine Ausführungen zeigen — auf Grund dieser näheren Kenntnis zu ganz andern Ergebnissen über die körperliche Tüchtigkeit eines großen Teiles unserer Iungmannschaften und damit zu starken Zweifeln an der Wehrfähigkeit großer Kreise unseres Volkes gelangen.
Schon jetzt, wenn man viele unserer derzeitigen Vaterlandsverteidiger zu Gesicht bekommt, ist man erstaunt darüber, was für kleine, schmale, teilweise schlecht aussehende Jünglinge oft