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1903: Erster Band
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23] Auszüge a. d. Jahresberichten d. Bezirksämter u. Militärstatiouen. 23

Wildschutz.

Nachdem in einer internationalen Jagdschutzkonferenz in London die allgemeinen Grundsätze für den Schutz des afrikanischen Wildes aufgestellt worden sind, ist einstweilen für Deutsch-Ostafrika die Aus­fuhr von Elefantenzähnen unter 5 Kilo (11 Ratli) Gewicht untersagt worden, um das Abschießen kleiner Elefanten zu verhindern.

Auszüge aus den Jahresberichten der Bezirksämter und Militärstationen für die Zeit vom 1. Juli 1900 bis 30. Juni 1901.

1. Bezirksamt Tanga.

DieRegenverhältnisse waren durchweg günstige. Heuschrecken traten nicht auf. Die Landflächen, welche von Eingeborenen beackert werden, haben sich gegen die Vorjahre bedeutend vergrößert. In den Hungersnotjahren war viel Schambenland verwildert, das jetzt wieder in Anbau genommen wird. Erfreulich ist besonders, daß der Reisbau, der fast gänzlich aufgehört hatte, wieder mehr betrieben wird. Leider will sich die Erdnußkultur noch immer nicht recht einbürgern. Die Hauptfrucht bleibt nach wie vor Banane und Mais für das Hinter­land, Manjok und Batate für die Küste. Sehr vorteilhaft heben sich von den dürftigen, schlecht gepflegten Schamben der faulen Digo- Bevölkerung bei Tanga jetzt die viel sorgfältiger gehaltenen Felder der angesiedelten Wanyamwesi ab. Sesam wird an der Küste, in erster Linie als Handelspflanze, wieder mehr gebaut. Der Export von Sesam hat relativ ganz gewaltig zugenommen, wenn seine absolute Höhe auch noch gering ist. Monatlich wurden von Januar bis Juli im Berichtsjahre durchschnittlich für 2667 Rupien Sesam ausgeführt, gegen nur 55 Rupien im Vorjahre. Eine ähnliche Stei­gerung hat der Export von Kopra im letzten Jahre erfahren. Während im Vorjahre nur für 394 Rupien monatlich ausgeführt wurde, ist diese Summe seit Januar jetzt auf 7779 Rupien monatlich gewachsen.

Am Sesam- und Kopraexport ist vorläufig nur die eingeborene Bevölkerung beteiligt. Die gesteigerte Ausfuhr daran gewinnt noch mehr an Beweiswert für die gute Ernte des letzten Jahres, wenn berück­sichtigt wird, daß der hiesige Bezirk in seiner Plantagen- und Eisen-