Der Vortrupp
Jahrgang
Vr. 2^
^6. Dezember M 2
Jesus Lhristus.
Der „Vortrupp" kann, seiner Natur und Aufgabe nach, nicht das Mundstück bestimmter religiöser oder philosophischer Überzeugungen sein. Das haben wir im Leitaufsatz unserer sechsten Nummer ausgesprochen, und das soll auch so bleiben. Auch bei dem, was ich heute sagen will, geht es deshalb nicht um den Streit religiöser Überzeugungen; nicht darum zum Beispiel, wie sich „Orthodoxe" und „Liberale" in ihrer verschiedenen Auffassung zu der Person Jesu Christi stellen.*) Es geht um ganz etwas anderes.
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Der kürzlich verstorbene Rurd Laßwitz hat einmal eine wundervolle Geschichte geschrieben. Die heißt „Homchen, ein Tiermärchen aus der oberen Kreide".**) Da lernen wir die Saurier kennen, die gewaltigen Drachen, die durch Millionen von Jahren die Erde beherrscht haben. Diesen Drachen — so schildert es Laßwitz in seinem Märchen — hat eine Gottheit, an die sie glauben, ein Gesetz gegeben, das sie so auslegen: „Ihr sollt fressen, soviel ihr könnt, pflanzen und Tiere, und ihr sollt auch fressen euch untereinander."
Das Gesetz der Saurier — das Gesetz der ganzen Tierheit bis auf den heutigen Tag. ünd dieses Gesetz der Tierheit ist auch das Gesetz der Menschheit gewesen; durch zehntausend von Jahren, vielleicht durch Hunderttausende und länger. „Ihr sollt fressen euch untereinander", und wenn nicht fressen, dann knechten und ausnutzen bis auf den letzten Blutstropfen.
*) Mir ist natürlich bekannt, daß es auch eine Richtung gibt, die überhaupt leugnet, daß in der Wirklichkeit der Geschichte ein Zesus Christus gelebt habe; dazu muß ich bekennen, daß ich an diese neue geschichtliche Lehre nicht glaube — ebensowenig wie etwa an den Versuch, die geschichtliche Existenz Shakespeares weg- zuerklären. D. Vers.
**) Aus der Märchensammlung „Nie und immer" von Rurd Laßwitz, Verlag von Lugen Diederichs.
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