Der Vortrupp
^ Jahrgang Nr. 2^ November ^9^2
Deutscher Naturschutz.
11.
wirtschaftliche und Fanatiker.
Es ist den Deutschen noch garnicht zürn Bewußtsein gekommen, daß sie im Naturschutz heute noch etwas wirklich Großes schaffen können, und sich nicht auf Naturdenkmäler zu beschränken brauchen. In den afrikanischen Gebieten, die deutsch sind, gibt es weite, fast unberührte Länderstrecken, die, heute zum Nationalpark und unantastbarem Heiligtum erklärt, an Bedeutung die amerikanischen Naturschutzgebiete weit übertreffen würden, weil die ganze paradiesische Fülle des Tierlebens dort noch anzutreffen ist. wenn den Amerikanern schon im Jahre ^672 die Tat gelang, ein unberührtes Gebiet der Ansiedlung und Ausbeutung zu sperren, eine Tat, auf die sie mit Recht stolzer sein können als auf einen gewonnenen Krieg, dann muß doch Deutschland vierzig Jahre später auch den Entschluß zu solcher Tat finden können!
Vor Jahresfrist beschloß die deutsche Kolonialgesellschaft für die Erhaltung der Tierwelt in unsern Kolonien etwas zu tun. Sie, deren Arbeit es zu danken ist, daß die Kolonien bekannt und durch Bahnen erschlossen wurden, wollte auch ferner das „koloniale Gewissen der Nation" sein.
Großzügiger Naturschutz: Das war also eine Aufgabe, die dem ganzen deutschen Volke und zukünftigen Generationen diente und sich nicht, wie so vieles, was verhandelt wird, darauf beschränkte, einem halben Dutzend Menschen die Arbeit in den Kolonien scheinbar zu erleichtern. Es war also eine ganz große wirtschaftliche Aufgabe. Deshalb wurde sie von denen, die sich gewöhnt haben, wirtschaftliche Maßnahmen nach dem Beifall zu messen, den irgend eine vom Augenblicksvorteil entzückte Gruppe anstimmt, nicht mehr begriffen und stieß auf Gegnerschaft. Die Gewohnheit, alles von dem begrenzten Wirtschaftsbegriff aus zu erfassen, der in jedem Kilometer Eisenbahn an sich schon einen Kulturfortschritt sieht und jede Tonne auf dem Weltmarkt abgelieferter Ware für eine hohe Menschentat ansieht, ohne zu fragen, ob vielleicht Blut daran klebt, oder ob sie selbst