Volume 
1912: 1912
Place and Date of Creation
Page
609
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

Jahrgang Nr. 20 ^6. Oktober M2

Deutscher Naturschutz.

i.

Die deutschen Jäger.

Die weiße Rasse hat in unserer Zeit eine geistige Wandlung von unübersehbarer Wirkung begonnen: ihre Stellung zur Natur, zu allem Lebenden in der Natur wird eine andere. Das Leid der ge­schändeten Natur war niemals, seit die Erde besteht, so groß wie jetzt, unter der nichtsschonenden Macht des Welthandels, des Verkehrs, der Industrie. Maßlos sind die im Nehmen, im Verschleppen und im Füttern ihrer Maschinen. Was irgend die Erde an lebender Schönheit und Gracht hervorbrachte, muß ihnen dienen. Solange noch eine Gazelle lebt, deren Fell auf dem Weltmarkt Wert hat, ein Wal im Eismeer, ein Paradiesvogel im Urbusch entlegener Inseln, solange ruht die geschäftige Betriebsamkeit nicht, gepaart mit menschenunwürdiger Gedankenlosigkeit und Kurzsicht. Nicht vor den letzten Trägern von Keimzellen irgendeiner Art machen die Verruchter Halt, die sich rühmen, Organe der Volks- und Welt­wirtschaft" zu sein. Die es nur sind, solange unter Wirtschaft das Ausbeuten ohne Rücksicht auf die Zukunft verstanden wird. Da erheben nun vorgeschrittene und weiterdenkende Menschen ihre Stimme. Sie wollen der Vernichtung Einhalt tun und warnen zuerst, man solle die Quellen, diewirtschaftlichen" Vorteil bringen, nicht für alle Zeiten verstopfen. Sie warnen, als ob ihnen der wirt­schaftliche Nutzen am Herzen liege. Aber wenn ihre Warnung auch wirklich hilft, Schätze zu erhalten und deren regelmäßige Ausbeutung zu sichern, sie ist nur ein Vorwand: viel höher geht ihr Streben. Sie wollen nicht nur Gegenstände wirtschaftlicher Ausbeutung schaffen, und keine Naturdenkmäler nur, die ja ein Vorwurf für die Menschheit sind; sie wollen an jeder Stelle der Erde die Lebens­gemeinschaft hergestellt wissen, die möglich ist; wollen der Natur die Mittel zurückgeben, den Einklang und das Gleichgewicht alles Lebendigen wiederherzustellen. Nicht darin zeigt sich der Mensch als Herr der Natur, daß er die Erfindergabe, die ihm gegeben wurde, dazu benutzt, alles Leben zu vernichten, sondern er wird erst zum

1