Der Vortrupp
Jahrgang Nr. August W2
Leefahrt.
Es ist ein Bild, das überall wiederkehrt: der Knabe, der am Wasser spielt und ein Floß schwimmen läßt, das zu klein ist, ihn sicher über Wasser zu tragen. Er versucht, mitten daraus zu stehen. So trägt es ihn. Aber schon wenn er ein wenig nach der Seite rückt, kippt es. Er klettert mit nassen Kleidern ans Ufer und sieht bekümmert und mit Ehrfurcht auf die starke Strömung hinter dem wehr. Dort kommt das Wasser von der Mühle und fließt weiter zum Strom und weiter zum Meere, „wenn ich noch einen Balkenabschnitt von der Schneidemühle bekommen kann", denkt er, „und den mit dem Rest der Eggenleine am Floß verbinde, dann trägt es mich hinaus. Immer weiter fahre ich, bis zu der Biegung am Forsthaus dort unten, und dann bis nach der Stadt. Ein Strohdach stelle ich auf mein Floß und schlafen werde ich darauf." Schon liegt ein Haufe seltsamer Dinge, die der Schiffahrt dienen sollen, im Erlenbusch. Stangenabschnitte, Brettchen, Leinen, ein alter Treppenläufer, leere Zementsäcke. Am Sonntag ist Fritz bei den Vettern in der Stadt und fährt mit der großen Fähre über den Strom. Ganze Kutschwagen stehen darauf. Die Vettern finden nichts dabei. „Es ist doch die große Stadtfähre, eine alte Sache, über die kein Mensch sich zu wundern braucht." Höchstens, daß eine Zigarrenbude auf der Fähre steht und ein Schokoladeautomat: das ist merkwürdig. Und Fritzchen weiß zwar nicht, weshalb ihm die Redeweise der klugen Stadtvettern garnicht so großen Eindruck macht, es gefällt ihm nur nicht. Er hütet sich aber, von seinem Floß zu sprechen, auf dem kein Automat steht, ja das noch garnicht einmal sicher schwimmt. Dennoch kann er die Zeit nicht erwarten, bis er wieder am Holzplatz sitzt, wo es nach Kiefernborke riecht, und bis er wieder versuchen kann, ob das Floß ihn jetzt trägt, nachdem das große Zopfstück eines besonders trockenen Stammes untergebunden wurde. (wie nur beide Vettern gleich an dem Automaten zogen. Zu dumm! Zwei Meter Ankertau hätte man für die zwei Groschen kaufen können!)