Der Vortrupp
2. Jahrgang Nr. ^2 ^6. Jnni
Unsre Tonart.
Ich will in drei Aufsätzen Einiges über die Methode unsrer Arbeit sagen. Dieser Aussatz hier ist der erste der drei; die beiden andern, die irn Lause der kommenden Monate erscheinen werden, sollen „Aktualität" und „Buchkritik" heißen.
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„Unsre Tonart ". — wer den „Vortrupp" einige Monate lang gelesen hat, der wird gesunden haben, daß es wirklich eine besondre „Vortrupp-Tonart" gibt. Sie ist, scheint mir, bei Mitarbeitern und Herausgebern aus dem Wesen unsrer Arbeit selbst geboren worden: anders kann diese Tonart nicht gut entstanden sein, denn Verabredungen über sie hat niemand getroffen. Das Wesen unsrer Arbeit aber soll, unsern Wünschen nach, dieses sein: Wirmöchtenwirken. — wi rmöchten Dauerndeswirken. — wir möchten, daß unser wirken ein Ausbauen sei. — Und das Streben nach diesem Inhalt unsrer Arbeit stellen wir nach Arästen auch dar in der Art, wie wir reden.
wir möchten wirken:
wirken kann nur, wer selbst weiß, was er will, und wer s o spricht, daß der Hörer das merkt: wer wirken will, muß b e st i m m t sein. Es gibt, wie Gustav Frenssen mir einmal sagte, Aufsätze „die sich winden wie sterbende Aegenwürmer". Für solche Aufsätze ist im „Vortrupp" kein Raum; das „Ja, aber-wesen" findet bei uns keine Stätte.
wir möchten Dauerndes wirken:
Darum suchen wir s o zu schreiben, daß wir die Ernsthaften und Verantwortungsbewußten im Lande — ganz besonders auch in der Jugend — aus unsre Seite bringen. Denn was die ersaßt haben, das halten sie fest. Solche Menschen aber kann man nicht beschwätzen,