Jahrgang 
1913
Seite
129
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Der Vortrupp

2. Jahrgang Nr. 5 h März

Der Geburtenrückgang, die nationale Gefahr.

Es gab eine Zeit, da mancher Deutsche mit verächtlichem Lächeln nach Frankreich hinüb erblickte und im stolzer: Selbstgefühl mit großer Befriedigung feststellte, daß dort drüben die Geburten zurückgingen. So etwas könnte doch, das wurde nicht gar zu selten mit Genugtuung behauptet, in Deutschland nicht vorkommen.

Und jetzt! Wenige Jahrzehnte darnach? Da stellt die amtliche Statistik den Geburtenrückgang beim deutschen Volke fest. Was man kaum, vielleicht garnicht für möglich gehalten hätte, ist doch eingetreten.

Und diese Tatsache versetzt ganz mit Recht jeden wahrhaft national gesinnten Deutschen in größte Aufregung. Denn das ist eine große Gefahr.

Noch mehr: Es ist die Gefahr schlechthin! Es bedeutet den A n f a n g v o m E n d e , wem: dieser Zustand ein dauernder wird. Nicht eines Endes für heute und morgen. Vielleicht auch nicht in den nächsten hundert Jahren. Aber es deutet auf den Untergang hin gegenüber aufstrebenden Völkern mit Geburtenzunahme.

Muß darum nicht dieses flammende Menetekel jedem wahren Vaterlandsfrennde das Blut schneller durch die Adern treiben?

Man wird ja gewiß versuchen, durch mancherlei kleine Mittelchen dieser Gefahr beizukommen. Gb man aber den Dingen auch so zu Leibe geht, daß wirklich eine Besserung zu spüren sein wird, das mag doch immerhin fraglich erscheinen. Und es läßt sich doch fraglos nur dann etwas erreichen, wenn man das Übel an den Wur­zeln anzufassen sucht.

Zweifellos verbreitet sich das Bestreben, den Kindersegen künst­lich darniederzuhalten. Das berüchtigte Zweikindersystem, das man ursprünglich auf Frankreich beschränkt wähnte, nimmt auch in Deutschland in erschreckender Weise zu.

Fragen wir einmal nach den Ursachen dieser Entwicklung, so scheinen es hauptsächlich zwei zu sein, die wir anführen müssen. Diese beiden sind:

Erstens: Der Mangel an völkischem Verantwortlichkeitsgefühl!