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Abt. III: Tropenmedizin und Hygiene.
Die Malariabehandlung der Paralyse.
A. Parasitologischer Teil.
Prof. Dr. Claus Schilling.
Vortrag in der Abteilungssitzung am 18. September 1924.
Die zahlreichen Ueberimpfungen von Malaria, welche zur Behandlung der progressiven Paralyse im Anschluß an die Mitteilungen von Wagner von Jauregg gemacht wurden, haben auch dem Parasitologen und dem inneren Kliniker viel neues Material verschafft, das es jetzt zu verarbeiten gilt. Denn es stellt sich immer mehr heraus, daß die Impfmalaria, wie man sie kurz bezeichnen kann, in manchen Beziehungen von der „spontanen Malaria“, deutlich verschied en ist.
Die nachfolgenden Auseinandersetzungen beruhen auf dem Material der städtischen Irrenanstalt Berlin-Dalldorf. Dort wird seit Mai 1922 ein Tertiana-Stamm „Moench“ weitergezüchtet welcher von A. Plehn im Urbun-Krankenhause von einem Kranken abgeimpft worden war, der seine Malaria in Palästina erworben hatte. Bei diesem Stamme ist es bisher noch nicht gelungen, Gameten aufzufinden; er scheint sich ausschließlich durch ungeschlechtliche Vermehrung fortzupflanzen. — Ein zweiter Stamm wurde am 4. VIII. 1923 von C. Brandenburg im Virchow-Kranken- haus gewonnen von einem Kranken, der an einer in den Tropen erworbenen Tertiana litt; dieser Stamm bildet Makro- und Mikrogameten. Ein Tropica-(Perniciosa-)Stamm wurde von uns überhaupt nicht verwendet wegen der trüben Erfahrungen, die von anderer Seite damit gemacht worden sind; denn es scheint, als ob die Fortpflanzung der Tropica-Stämme durch direkte, Ueber- impfung der Schizonten die Virulenz des Stammes in verhängnisvoller Weise steigere und zu einer fast schrankenlosen Vermehrung der Schizonten führe. Die durch unsere Stämme erzeugten Erfrankungen verlaufen im allgemeinen nach dem tertianen Typus, bieten aber im einzelnen eine ganze Reihe von Varianten; die klinisch schätzbare Schwere der Anfälle ist bei allen Impflingen ungefähr die gleiche, und Unterschiede hierin sind in erster Linie auf verschiedene Widerstandskraft der Impflinge zurückzuführen.
Bei etwa 64o/o der Impflinge tritt im unmittelbaren Anschluß an die stets intravenöse Impfung, also innerhalb der nächsten