Volume 
1915
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88
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Offiziere stimmen darin überein, daß, w e n n die Deutschen unsere Truppen ver­folgt hätten, nicht ein Mann ent­schlüpft wäre. Sollten daher die Deutschen nur die Absicht gehabt haben, das Fort von Naulila zu zerstören, um die Tat vo m 18. Oktober zu rächen? Oder wollten sie sich erst wieder reorganisieren, ehe sie den Vorstoß zu unternehmen gedenken? In Kürze wird man darüber urteilen können!

Unsere Truppen kamen ausge­hungert und verdurstet am 19. zwi­schen 11 und 12 in Humbe an. Die Soldaten hatten die Waffen weg­geworfen, um schneller fliehen zu können. Roeadas hatte Befehl erteilt, daß mau die gesamte Munition des FortsRoendas", ge­genüber von Humbe, an der anderen Seite des Flusses, vor dessen Räumung zerstören solle.

Um 2 Uhr fand eine fürchterliche Explosion statt, verursacht durch die aufeinanderfolgenden Explosionen von Tausenden von Patronen. Man kann sich daher die Wirkung auf die Soldaten und die Einwohner von Humbe vorstellen!

Diese waren von nichts unterrichtet, und man vermutete einen Angriff der Deutschen vom Fort Royadas" aus. Die Panikwar fürchter­lich. Alle stürzten in der Richtung nach Wpi- lenge davon; keiner dachte daran, Lebensmittel mitzunehmen. Royadas bezeichnete Cahama und nachher Gambos als Sammelpunkt. Er befindet sich heute mit dem Hauptquartier in Chibemba (Gambos). Die Truppen sind in der Umgegend von Tiepepe, einer Kalkgrube, verteilt, wo sich etwas Wasser befindet!

Ungefähr 500 Marinesoldaten sind nach Gambos abgereist. In Mossamedes sind soeben 3000 Mann eingetroffen. Werden diese Verstär­kungen genügen, um die Offensive zu ergreifen? Die Meinungen sind, daß man nichts unternehmen solle! Die Verpflegung allein schon wäre un­möglich. Zwischen Gambos und dem Kunene findet man nicht einen Grashalm und einen Tropfen Wasser.

Fünf oder sechs Tage nach seiner Ankunft in Gambos entsandte Royadas eine kleine Abteilung Kavallerie nach Humbe, um dort zu bleiben und zu sehen, was vor sich geht, mit der Weisung, das Land womöglich wieder zu besetzen. Alan sagt, daß diese Vorhut in Humbe sei, und daß sich die Deutschen in Naulila befänden; die Lage dieser Leute in Humbe wird daher als gefährlich angesehen. Allein das FortRoyadas", mit allem was darin war, nämlich Lebensmittel und Munition, wurde zerstört. Dieses Fort war unser hauptsächliches Vorratslager! In anderen Ortschaften besaßen wir auch Waffen und Muni­

tion, besonders in Humbe; in Cuamato befanden sich für etwa 20 CentsMassange", die Hütten- stener der letzten Jahre; alles dieses wurde von unseren Truppen unzerstört zurückgelassen. Alan hatte keine Zeit, da man schnell fliehen mußte. Royadas glaubte immer den Rückzug abge­schnitten zu sehen. In Humbe sowohl wie in Cuamato befanden sich auch einige Handelshäuser. Auch die Kaufleute flohen unter Zurücklassung ihrer Waren. Viele ließen sogar ihr Geld zurück. In dem Regicrnngsgebäude von Humbe wurden sämtliche Gelder und Dokumente zurückgelassen. Und alles dieses wurde geplündert und geraubt durch die Wilden, in C n a in ato durch die C u a m a t o s , in Humbe durch die Muhumbes und in Dengneua durch die Denguenas. Sonne unsereTrnPPen anfingen, sich zurückzuziehen, erhoben sich genannte Stämme und gaben sich der Plünderung in einer un­glaublichen Weise hin. Alle Wagen wurden ebenfalls geplündert und die Ochsen abgeführt. Eine noch ernstere Tatsache war, daß in Cu­amato die Wilden auf die Unsrigen feuerten, welche hauptsächlich aus Schwar­zen bestanden, bei dem Übergang vom Fort nach dem Kunene; ungefähr 1500 Cuamatos hatten sich mitM artin i"- Gewehren bewaffnet. Und keiner hat sie während des Kampfes bemerkt! Sie haben sich durch die vor­gefundenen Waffen und Munition, die in den Forts lagen, für längere Zeit versorgt. Man hat keine Nachrichten von den Posten Evale, Cafu und Cafima. Sollten die Cuanhamas, die auch nirgends erschienen, sich dieser Punkte bemächtigt haben? In der Mission Tnipilenge waren die beiden Priester die einzigen, welche mutig auf ihrem Platze verblieben, überhaupt die einzigen Weißen in der Umgegend von Humbe, die nicht flohen. Der Pater Martinhe mußte jedoch infolge Befürchtungen nach Gambos gesandt werden. Von der Mission Evale bleibt man ohne Nach­richten."

(Abgeschlossen am 6. März ISIö.)

/W

V. Besitzungen in der Südsee.

Das Dunkel, das noch bei Abfassung der zweiten Mitteilung über denKrieg in den deut­schen Schutzgebieten" über dem Schicksal unserer überseeischen Besitzungen der Südsee geherrscht hat, ist inzwischen gelichtet worden. Der größere Teil der Beamten von Deutsch-Neuguinea ist über Amerika mit Geleitbriefen des australischen Ministers für auswärtige Angelegenheiten in der Heimat eingetroffen. Hiervon haben die meisten