Sektion II.
Tropenmedizin und Tropenhygiene
Obmann: Geh. Regierungsrat Dr. Wutzdorff, Direktor im Kaiser
lichen Gesundheitsamt, Berlin.
Vorsitzender: Geh. Medizinalrat Prof. Dr. üaffky, Direktor des Instituts für Infektionskrankheiten, Berlin.
Geh. Medizinalrat Prof. Dr. Fritsch, Gr.-Lichterfelde. Schriftführer: Marinestabsarzt Dr. Mühlens, Berlin.
Dr. Giemsa, am Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten, Hamburg.
Dr. Martin Ma>er, Hamburg.
Unter welchen Verhältnissen, besonders in den Kolonien, ist die Schutzimpfung gegen Typhus, Cholera und Pest heranzuziehen?
Von Professor Dr. W. Kolle, Berlin.
Abteilungsvorsteher am Königl. Institute für Infektionskrankheiten.
(Sektionssitzung am 5. Oktober, Nachmittag.)
Gegen die Anwendung der in neuerer Zeit vorgeschlagenen Schutzimpfungsverfahren gegen Cholera, Typhus und Pest bestehen in den Aerztekreisen viel mehr Antipathien, als man anzunehmen geneigt ist. Es drängt sich die Frage auf, ob die Skepsis, mit der viele Laien und Fachleute der Schutzimpfungsfrage gegenüberstehen, berechtigt ist.
Die Menschheit ist von einer der grössten Geissein, den Pocken, durch ein Schutzimpfungsverfahren befreit worden, welches uns Jenners grosse Entdeckung der Vaccination geliefert hat. So gross die Tragweite dieser Entdeckung Jenners war, so muss man doch, wenn