Jahrgang 
1914: 1912/13
Entstehung
Seite
196
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Samoa

I. Verwaltung.

Allgemeines. Die nächste und wichtigste Aufgabe der Eingeborenenpolitik ist die Regelung der Nachfolgerschaft für den verstorbenen Alii Sili (Oberhäuptling) Mataafa. Der neuernannte Gouverneur hat sich diese Angelegenheit persönlich vorbehalten und ihre Regelung bis zur Rückkehr von seinem Heimaturlaub verschoben. Die Eingeborenen verhielten sich während der Wartezeit den ihnen bei seiner Abreise erteilten Anordnungen gemäß ruhig. Die Regelung ist bald nach Ablauf des Berichtsjahres erfolgt.

Besuch von Die beiden Stationskreuzer S. M. SS.Condor" undCormoran" trafen

Kriegsschiffen, im Mai 1912 bzw. Januar 1913 zu längerem Aufenthalte ein. Ihre An­wesenheit wurde zu Reisen im Interesse der Verwaltung und zur Auswahl des Platzes für die geplante Telefunken-Großstation benutzt; auch wurde die Küsten- vermessung im Nordwesten der Insel llpolu begonnen.

Grundbuch Die gesteigerte wirtschaftliche Bethätigung brachte eine Belebung des Gründ­end stücksverkehrs mit sich, infolge deren in den verschiedensten Teilen des Schutz-

Vermessung-.- eine größere Anzahl von Grundstücken zu Kauf- und Pachtzwecken ver-

we,en. Essen und zahlreiche kleinere Arbeiten, als Grenzwiederherstellungen und Wege- sestlegungen, ausgeführt wurden; auch wurden häufig von dem Privatlandmesser eingereichte Vermessungsunterlagen über Grundstücksfortschreibungen und Pacht­messungen zur Verwendung beim Grundbuchamte geprüft und beglaubigt. Unter Benutzung der vorhandenen Unterlagen wurde eine neue Übersichtskarte der Insel Upvlu im Maßstab 1:50 000 angefertigt, in der die Kulturen der Eingeborenen sowie die größeren, im Besitze von Nichteingeborenen befindlichen Grundstücke an­gegeben sind. Die Winkelmessung für die Landestriangulation wurde irr der zweiten Hälfte des Jahres wieder ausgenommen, konnte jedoch wegen der in diesem Jahre außergewöhnlich ungünstigen Witterung der Regenperiode noch nicht vollständig zum Abschluß gebracht werden.

Bevölkerung. Die Zahl der Weißen betrug nach dem Stande vom 1. Januar 1913 544 Personen (402 männlichen und 142 weiblichen Geschlechts) gegen 500 Personen (369 und 131) im Vorjahr.

Die Mischlingsbevölkerung zählte 1025 Personen; davon waren 504 männ­lichen und 521 weiblichen Geschlechts, gegen 996 (487 und 509) im Vorjahr.

Die chinesische Bevölkerung bestand aus 1559 (1625) männlichen erwachsenen Personen. Von diesen waren 13 ansässige Chinesen und 1546 (1613) Arbeiter,