Jahrgang 
1914: 1912/13
Entstehung
Seite
126
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Landfriede.

Schutztruppe.

Oeutsch-Züdwestafrika.

I. Verwaltung.

Die Eingeborenen verhielten sich friedlich.

Bei den Bondels hat das Eingeborenen - Kommissariat auch weiter segens­reich gewirkt durch Verschaffung von Arbeit für sie. Man findet jetzt die Bondels als Arbeiter nicht nur im Bezirke Warmbad, sondern auch in Keetmanshoop, Lüderitzbucht und Bethanien.

Einer Familienzwistigkeit unter den Bondels fiel der frühere Unterhäupt­ling Josef Christian zum Opfer; doch zog diese Sache keine weiteren Kreise.

Bei den anderen Hottentotten ereignete sich nichts von Belang. Die Simon- Kopper-Leute verhielten sich in ihrem Reservate im Betschnanaland ruhig. Eine kleine Bande, die auf einem Jagdzug in unser Gebiet eindrang, wurde sofort durch das energische Vorgehen einer Militärpatrouille unschädlich gemacht. Während bei den Bastards und Hereros sich nichts Besonderes ereignete, machten die Buschleute der Verwaltung etwas zu schaffen durch Überfälle auf heim­kehrende Ovambo nördlich Outjo. Zu beklagen war ferner der Tod eines Reiters, der jagenden Buschleuten am unteren Auob zum Opfer fiel. Die Mörder wurden gefaßt.

Die Ovambostämme wurden auch in diesem Jahre von dem Referenten für Eingeborenen-Angelegenheiten besucht. Die Häuptlinge empfingen ihn überall freundlich.

In Ondonga fand infolge Todesfalles ein Häuptlingswechsel statt. Dieser vollzog sich ohne jede innere Stammeszwistigkeit.

Die Schutztruppe wurde seit l. April 1912 nicht weiter vermindert, jedoch sind mit dem 1. April 1913 1 Kriegsgerichtsrat, 1 Waffenrevisor und 1 Waffen­meister fortgefallen, so daß der Etat der Schntztruppe am 1. April 1913 1967 Köpfe beträgt.

Entlassen wurden rund 60 Unteroffiziere und Mannschaften, die als Hand­werker oder Farmverwalter Beschäftigung fanden.

Zur Ableistung ihrer aktiven Dienstpflicht traten in die Schntztruppe 29 Zwei­jährig-Freiwillige ein, die sich meist schon vor ihrer Einstellung als Kaufleute oder Handwerker im Schutzgebiete befanden. Ferner wurden 4 Einjährig- Freiwillige eingestellt.

Der Truppenstandort Maltahöhe wurde aus militärischen Gründen auf­gegeben, die dortige Besatzung zu ihrer Kompagnie nach Chamis herangezogen.

Die 6. Kompagnie wurde von Outjo nach dem Posten Ghaus bei Otavi vorübergehend verlegt, weil die Brustseuche, die in Outjo geherrscht hatte, für