Kartographie und Ber- inessungs- wesen.
Verhältnis zu den
Eingeborenen.
Togo.
I. Verwaltung.
Mitte November 1912 begann die Expedition zur Vermarkung der Grenze Togo—Dahomep ihre Tätigkeit. Bis Ablauf März 1913 war die Grenze bis etwa Pfeiler 53 des Grenz-Protokolls östlich voll Tfhemberi (Bezirk Sokode- Bassari) festgelegt.
Die durch Vermessungen S. M. S. „Möwe" im Jahre 1912 erzielten Ergebnisse sandelt ihren Niederschlag in einer vom Reichs-Marine-Amt bearbeiteten Küstenkarte im Maßstabe 1 : 250 000, von der Volta-Mündung bis Badagri reichend.
Eine Neuaufnahme der Stadt Lome und ihrer Umgebung wurde in Angriff genommen und wesentlich gefördert, desgleichen wurde die bereits früher begonnene, aber nicht durchgeführte Vermessung der Stadt Anecho erneut in Angriff genommen.
Die in: Laufe des verflossenen Jahres ganz bedeutend gesteigerte Inanspruchnahme des Grundbuches durch die Eingeborenen machte eine große Zahl von Grundstücksvermessungen, besonders in den Gemarkungen Lome und Palime und längs der Küstenbahn, erforderlich.
Das Verhältnis zu den Eingeborenen war gut, ein militärisches Einschreiten nirgends erforderlich.
Von einer Erregung der Eingeborenen gegen die Schlafkrankheitskommission auf dem Kluto, von der im Vorjahre berichtet wurde, war im ganzen Bezirke Misahöhe nichts mehr zu bemerken. Die Aufklärungen seitens der Arzte und des Bezirksamtes sind nicht fruchtlos geblieben. Im allgemeinen sind jetzt die Eingeborenen willig und folgen den Anordnungen der Ärzte, zumal auch die Häuptlinge, die früher manchmal passiven Widerstand leisteten, den Arzt in seinen Bemühungen unterstützen.
Im Bezirke Kete-Kratschi rief die Verurteilung des Fetischpriesters des Dente- Kultus und seiner Helfershelfer unter den Anhängern, besonders den Bewohnern Kratschis und Kadengbeng anfänglich Beunruhigung hervor, die sich letzten Endes in einer Abwanderung eines geringen Teiles der Bewohner der Landschaft Kratschi äußerte. Ein Teil der Abgewanderten ist wieder zurückgekehrt, nur die engsten Anhänger des Dente-Fetisches mit ihren Familien, schätzungsweise etwa 600 Personen, sind im englischen Gebiet verblieben. Auf ihre Rückkehr wird kaum mehr zu rechnen sein. Ihr Wert ist auch bei ihrer Neigung, weder hier noch