Jahrgang 
1913: 1911/12
Entstehung
Seite
86
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Kartographie und Ver­messungs­wesen.

Verhältnis zu den Ein­geborenen.

Togo.

I. Verwaltung.

Die Verhandlungen mit der französischen Regierung wegen der endgültigen Festlegung der Ostgrenze sind erst nach Ablauf des Berichtsjahrs abgeschlossen worden. Mit der Vermarkung der deutsch-französischen Grenze konnte daher noch nicht begonnen werden^

S. M. S.Möwe" nahm in Ergänzung der vornSperber" bereits im Jahr 1909 vorgenommenen Küstenvermessnng zur Herstellung einer Seekarte erneute astronomische Beobachtungen vor. Die Aufnahmen sind vorläufig abgeschlossen, die Ergebnisse sind zwar bekannt gegeben worden, liegen aber noch nicht in Ge­stalt einer farbigen Knstenkarte vor.

Eine Reihe wertvoller Rontenaufnahmen hat dazu beigetragen, das Karten- material des Schutzgebiets zu vervollständigen.

Die schon im Vorjahr in Angriff genommene Vermessung der Stadt Atak- pame wurde beendet und ein Übersichtsplan der Stadt im Maßstab 1:4000 im Druck veröffentlicht.

Die Beziehungen zu den Eingeborenen waren auch in diesem Jahr durch­weg gut. Unruhen allgemeiner Natur kamen nicht vor.

Im Sokodebezirk kam es zu einer Unbotmäßigkeit der Bagnlente, die über­aus die Örtlichkeit beschränkt blieb und von der Bezirksleitung bald unterdrückt werden konnte. Die Veranlassung bildete die Verhaftung eines seit Jahren abgesetzten und flüchtigen Häuptlings der Bagnlente, der, in seine Heimat zurück­gekehrt, dem von der Bezirksleitung neu eingesetzten Häuptling Schwierigkeiten bereitete. Der mit der Verhaftung betraute Beamte wurde, als er den Häuptling zur Station bringen wollte, von Baguleuten überfallen und durch einen Streif­schuß an der Ferse leicht verletzt. Die Aufrührer flohen und hielten sich auf den Feldern und im Busch versteckt. Beim Absuchen des Geländes kam es zu kleinen Scharmützeln, bei denen ein Soldat und zwei Eingeborene erschossen, ein weiterer Eingeborener angeschossen wurde. Damit war die Erhebung zu Ende und die Ruhe in Bagu alsbald wiederhergestellt. Die Schuldigen konnten nicht zur Ver­antwortung gezogen werden, da sie auf französisches Gebiet geflüchtet waren.

Vereinzelte Todes- und Erblindungsfälle im Schlafkrankenlager auf dem Kluto bildeten bei der Misahöhe-Bevölkerung den Anlaß zu einer großen Erregung gegen die Schlafkrankheitskommission. Die Erregung gab sich in mehr oder weniger geheimen Versammlungen und in Masseneingaben kund. Große Teile der Bevölkerung des Bezirks scharten sich unter der Führung des Oberhäuptlings Dagadu von Kpandu und des ehemaligen Häuptlings Gidigidi zusammen, wobei