Periodicaltome 
Bd. 2 (1911)
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-^ZZZZZSZSZSZZZZ Mitteltogo. Landschaften und Leute. 25

IV. Mitteltogo. Landschaften und Leute.

3) Die westlichen Landschaften.

Mit Kpandu und Lavanjo verlassen wir das Ewesprachgebiet, uttd mit Überschreitung der 400 bis 500 m hohen Lavanjoberge befinden wir uns im Gebiet der Guanvölker. Guan ist eine dem Tschi, der Sprache der Aschanti, verwandte Sprache. Den Volta entlang wird Guan in den Land­schaften Kunja, Kratschi und Ntschumuru gesprochen, d. h. in der südlichsten Landschaft Kunja spricht man den Kjerepondialekt. Außer Guan wird aber in diesen Landschaften noch als Verkehrs- und Handelsprache Hanssa und Tschi gesprochen, letzteres eine Folge davon, daß bis zum Jahr 1874 diese Gebiete dem Aschantikönig unterstellt waren.

Die Dörfer der K u n j a landschaft sind schon äußerlich von den Ewe- dörfern verschieden. Charakteristisch für sie sind die großen, rundet:, aus Lehm gebauten und mit eurem Palmblätterdach gedeckten Kornspeicher. Die Hütten sind viereckig, nähern sich aber mehr der quadratischen Form und sind zu Gehöften zusammengestellt. Die Bevölkerung baut vornehmlich Reis und Pams, verwendet auch im Haushalt Palmöl und gibt sich reichlichem Palm­weingenuß hin; jedoch gehen Palmöl und Palmkerne von hier aus nicht mehr zur Küste. Viehzucht wird ähnlich wie bei den Ewe nur irr minderwertiger Weise betrieben. Dagegen ist die Tätigkeit der Kunjaleute als Kanubauer erwähnenswert. Sie stellen die Einbäume mit ihrer: primitiven Werkzeuge:: aus den großen und gerader: Stämmen des Seidenbaurnwollbaurnes her. Die Bevölkerung erscheint weniger gutmütig als die Ewe, sie ist scheu und miß­trauisch und steht, wie auch der Oberhäuptling, ganz unter den: Einfluß des Fetischpriesters des Sia zu Wurupon, der zugleich Häuptling des Ortes ist. Wnrupon selbst liegt hart ar: das Gebirge gelehnt, unfern davor: ist eir: schöner Wald, der Sitz des Obergottes Sia. Sia fordert grausame Opfer, dem: bei der: großer: Festen müssen ihm die Trinkopfer aus Menschenschüdeln dar­gebracht werde::. So tragen auch die großer: Fetischtrommeln Menschen­schädel als Schmuck. Auch andere menschliche Körperteile werden den: Sia geopfert, für welchen Aberglaube:: schor: mancher Fremde und Sklave sein Leber: hat hingeben müsse::. Daneben nimmt Sia auch Tieropfer, solche von Schafen und Ziegen an. Wie Mawu hat auch Sia seine llntergötter, unter anderen den Fetisch Kombi, der besonders gegen Giftmischer angerufen wird und über das Geschick der Familien Auskunft gibt. Ihm Werder: die Unterkiefer der getöteter: Feinde als Opfer dargebracht.

Nördlich und östlich stößt Kunja ar: die Landschaft Buem, wo wiederum eine eigene Sprache, nämlich Lefana gesprochen wird. Buem ist eir: zurr: größter: Teil mit prächtigern Hochwald bedecktes Gebirgsland, das manche interessante und großartige Szenerien birgt. Die Buerndörfer überrasche:: durch ihre Anlage und die Bauart der Häuser. Man findet da z. B. in Borada, der Residenz des Königs, eine breite und gerade Dorfstraße mit Schatten- bäumen, Ruhebänken und selbst seitlicher: Abzugsgräber:. Offenbar ist diese Dorfanlage eine Nachahmung der Niederlassungen der Goldküste, wie auch viele Häuser in Borada durchaus die Bauart zeige::, welche die Küstenneger bevorzuge::, nämlich Lehmhäuser mit nach aller: vier Seite:: abfallender: Pyramidendächern, mit rechteckigen Tür- und selbst Fensteröffnungen. Da-