Print 
Die Leistungen der Regierung in der südwestafrikanischen Land- und Minenfrage / von Paul Leutwein
Place and Date of Creation
Page
43
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image
 

43

nach Ablaut der Pachtzeit, die natürlich nicht zu lang gefaßt werden dürfte, wieder auszuschalten. Hierzu sei erwähnt, daß die Gesellschaft im v. d. Heydtschen Kolonialhandbuch 1910 folgendermaßen eingetragen ist:

Deutsche Farmgesellschaft, Aktiengesellschaft.

Sitz und Adresse: Düsseldorf, Concordiahaus, Ost­straße 128/132.

Niederlassungen und Besitztümer: Farmland um Heusis und Ovikokorero.

Zweck und Tätigkeit: Erwerb, Verwertung und Be­leihung von Grund- und Bergwerksbesitz. Betrieb von Land- und Viehwirtschaft, sowie von industriellen Unter­nehmungen und Handelsgeschäften jeder Art.

Kapital: >5 000 000 Mark.

Direktion: Otto Günther, Düsseldorf.

Die Gesellschaft hat sich demnach bereits eine recht vielseitige Tätigkeit Vorbehalten, und es besteht keine Garantie, daß 'Sie später wirklich die von der Regierung erstrebte Bedeutung für den südwestafrikanischen Vieh­absatz, für den außerdem nur der Viehtrieb nach Englisch- Südafrika in Frage kommt, gewinnen wird. Das ist vor­läufig-noch nicht von großer Bedeutung, da die furchtbaren Viehverluste des Krieges durch die Produktion noch nicht ausgeglichen werden konnten. Die Viehvermehrung schreitet aber gegenwärtig derartig fort, daß das Schutz­gebiet sehr bald wieder auf Ausfuhr angewiesen sein wird und, wenn die deutsche Farmgesellschaft versagt, wird der Vorwurf auf der Regierung lasten bleiben, daß sie es nicht verstanden hat, rechtzeitig für eine geeignete Verwertung der zu erwartenden Überproduktion Sorge zu tragen.

Alle in diesem Abschnitt vorgebrachten Bemerkungen beziehen sich nur auf den eigentlichen Farmbetrieb. Es erübrigt, inoch einen Blick auf die sogenannten Kleinsiede­lungen zu werfen, deren Einbürgerung in Südwestafrika das Problem der Schaffung einer zahreicheren Bevölkerung lösen soll.

i) Kleinsiedelungen.

Der zu Ansiedelungsbeihilfen ausgeworfene Betrag von 1 450 000 Mk. nach dem Kriege wurde auch zu einem kleinen Teile für Kleinsiedelungen verwandt. Diese Siedelungen,