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Aus dieser Berechnung geht hervor, daß bei weitem den größten Teil des Anlagekapitals für eine vollbestockte Farm das Groß- und Kleinvieh erfordert, und somit jemand, der erst mit der Zucht beginnen will, sich wohl mit 30 000 bis 40 000 Mark einer mittleren Farmwirtschaft zuwenden könnte.
Schlettwein stellt auch, im Gegensatz zu der obigen, eine Berechnung an, wie ein Kleinfarmer (ehemaliger Schutz- truppler) mit 2000 Mark Ersparnis und unverzinslichem Darlehen von 6000 Mark sich innerhalb 4 Jahren zu einem lebensfähigen Farmbetriebe emporarbeiten kann (S. 65/66). Hierbei ist natürlich berücksichtigt, daß der Schutztruppler infolge mehrjähriger Landeskenntnis die nötige wirtschaftliche Erfahrung und Einfachheit der Lebensgewohnheiten besitzt, um sein Geld, wie es ja das Schicksal der meisten Anfänger unter diesen Verhältnissen war, nicht unnütz zu verlieren.
Der amtliche Ratgeber für 1910 hält schließlich zur Begründung eines Farmbetriebes von 5000—10 000 'ha ein Kapital von nicht unter 20 000—25 000 Mark erforderlich. Es muß bei der Frage des Kapitalbedarfes berücksichtigt werden, daß der Kapitalaufwand seit dem Kriege eher gesunken ist, denn wenn auch die Landpreise eine geringe Erhöhung erfahren haben, so sind die Preise für Groß- und Kleinvieh um so mehr zurückgegangen.
Preise:
Zuchtkühe
Ochsen
Wollschafe
Gewöhnliche
Fleischschafe
1907 1909 jetzt 1 )
250—300 Mk. 150—225 Mk. 100—150 Mk.
130—200 „ 25—30 „
25—30 „ 15—20 „ 10—12 „
d) Beihilfen der Regierung.
Die Regierung hatte vor und in der ersten Zeit nach dem Kriege das Bestreben gezeigt, tüchtige mittellose Leute durch Ansiedlungsbeihilfe und sonstige Erleichterungen zu unterstützen. Vor dem Kriege waren für Ansiedlungsbei-
J ) Taschenbuch für Südwestafrika. Schwabe, Kuhn, Fock, 1911, S. 181.