Jahr wieder zurück und schlachten oder opfern eine Ziege an einer Wasserstelle in der Nähe. Der sie schlachtet, nimmt Wasser in den Mund und besprengt den Boden rund um das Grab herum und ebenso alle Bewohner der Werft. Dann trinken alle Anverwandten des Toten von dem Wasser und verspeisen das geschlachtete Tier. Diese Zeremonien werden jedoch nur bei gestorbenen Großleuten befolgt. Gewöhnliche Leute werden wie ein Tier, ohne jegliche Feier und Totenklage, verscharrt.
Da, wo die Vergdamra, wie in Okombahe, Otjimbingue, Karibik, Tsumamas von der Mission gesammelt und in kleine Gemeinden zusammengeschlossen sind, entwickeln sie sich nach allen Seiten hin erfreulich. Bei der „Missionsarbeit" komme ich darauf zurück.
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Liftes Capitel.
Die Guschmänner.
Von den Buschmännern hier so eingehend zu reden, wie es ihre interessante Vorgeschichte verdiente, würde den Rahmen dieses Buches weit überschreiten. Die Buschmänner sind in früheren Jahrhunderten eine starke Nation gewesen. Ihre Abstammung ist rätselhaft. Auch sie sind wie die Nama ein ganz fremdes Element inmitten der Bantuvölker. Im östlichen und nordöstlichen Teil des Hererolandes leben jetzt nur noch schwache Überreste von ihnen. In früheren Zeiten wohnten in Nord-Transvaal bis hinein in die Kalahari starke Stämme, die von den Buren zersprengt und vernichtet wurden; sie müssen aber auch bis nahe an die Westküste, bis an das Erongo- Gebirge heran, im Hereroland gewohnt haben. Inschriften in den Felsenhöhlen dort zeugen davon.
Der eigentliche Name des- Volkes ist 8uu, von den Buren sind sie Buschmänner genannt worden. Die Nama unterscheiden sie in Iiuri suu. d. h. die großen, die an der Westküste, und Zuvu sau, d. h. die kleinen, — sie sind kaum 65 am groß —, die am Ngami-See und in der Kalahari wohnen. Die Darwinisten haben seinerzeit in ihnen die Übergangsstufe vom Affen zum Menschen erkennen wollen. Darüber ist ja kein Wort weiter zu verlieren. Bei näherer Bekanntschaft mit ihnen findet man, daß sie Menschen wie alle andern auch sind. Sie machen freilich einen höchst traurigen Eindruck. Ihre körperliche Entwicklung muß bei ihren Lebensbedingungen nicht allein zurückgeblieben, sondern auch tief heruntergesunken sein. Die jetzige Statur der Buschmänner ist unter Mittelgröße. Ihre Haut gleicht in ihrer schmutziggelben Färbung einem rohgegerbten Fell, sie ist haarlos und kahl. Die