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Feuer werden nun zuerst das oben benannte Bruststück und der Oberschenkel des heiligen Rindes, die bisher aufbewahrt waren, gekocht, auch wenn sie schon in Verwesung übergehen. Jetzt erst kommt auch der Vater, um nach seiner Frau und nach seinem neugeborenen Sprößling zu sehen, und er allein darf diese Fleischstücke beschmecken. Dazu nimmt er den Mund voll Wasser, speit es über das Fleisch, beißt ein Stück ab und spricht: „Ntza tzuutsruu omuncku omuruEiiäu" oder „tzuriencku inonZunckn iucijs mist muu mliuncljö, illAui Kurs uuuL. ^.i Mutn tzo," d. h. „mir ist ein Sohn (eine Tochteri geboren in der Werft, welche ihr, meine Allvater mir gegeben habt; möge es dem Kinde wohl gehen und die Werft nie aussterben, nie zu Ende gehen!"
3. Die Namengebung ctes Neugeborenen.
Sobald die Wöchnerin sich gesund fühlt, geht sie durch die Vordertüre ihrer Hütte ein und aus. Sie nimmt dann ihr Kind auf den Rücken, oder der Vater trägt es zum Altar (otznrno). Auf dem Wege dahin folgt ihr die älteste Tochter des Häuptlings, die Bewahrerin des heiligen Feuers (oiutunAsrs) mit einer heiligen Holzschüssel voll Weihwasser und besprengt damit das auf dem Rücken sitzende Neugeborene und dessen Mutter, bis sie an den Altar- kommen. Hier angekommen, setzt sich die Wöchnerin aus das Fell eines heiligen Ochsen und nimmt ihr Kind aus dem Rückenfell, um es dem oiuu- kuru, dem Ahnen, dem Gott der Werft, zu zeigen. Der Häuptling und andere Männer der Werft haben sich inzwischen um den Altar versammelt und auf den heiligen Ochsenschädeln Platz genommen. Jener nimmt einen Mund voll Weihwasser aus der heiligen Schüssel und speit es über Mutter und Kind.
Um den Altar her sind die Ahnenstäbe ausgestellt, welche die Ahnen repräsentieren. Zu diesen wendet er sich und redet sie an: „Es ist euch in eurer Werst ein Kind geboren, möge die Werft nie aufhören!" Darnach nimmt er heiliges Fett, reibt es in seinen Händen, speit Weihwasser hinein und bestreicht mit dieser Salbe zuerst die Mutter. Dabei kreuzt er die Arme und salbt mit seiner Rechten die rechte, mit seiner Linken die linke Hand der Mutter; dann nimmt er das Kind, legt es auf seine Knie und verfährt mit ihm ebenso. Darnach hebt er es auf seine Arme, berührt mit seiner Stirn die Stirn des Kindes und ruft dabei dessen Namen aus. Dieser Vorgang heißt otzulrnutz-u, d. i. Stirnberührung mit Namen. Der Name selber knüpst sich meistens an eine jüngst geschehene Begebenheit, so daß jeder Name auch seine Geschichte hat. So heißt z. B. ein Kind Xuwunibumbi, d. h. „er ist im Kuhmist". Das Kind wurde nämlich gleich nach der Geburt in den Viehkraal gebracht und dort mit seinem, trockenen Kuhmist bedeckt und abgerieben, um es vor schnellem Tod zu bewahren; seine älteren Geschwister waren nämlich bald nach der Geburt gestorben. Als Maharero krank war, sagten