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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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und hat allen Angriffen der Brandung und der noch heftiger gegen ihn ankämpfenden Bohrwürmer standgehalten. So erfreulich dies ist und so sehr sich die Regierung eine sachgemässe Unterhaltung dieser Landungsgelegenheit angelegen sein lässt, so leicht kann dieser hölzerne Landungssteg durch 1 eine einzige hohe See weg­gespült oder unbrauchbar gemacht werden. Die Verhältnisse drängen also auch hier zur Inangriffnahme dauernder Anlagen. Man kann es dem Reichstage nicht verdenken, wenn er bei Be­willigung von Geldern für einen neuen Molenbau besonders vor­sichtig prüft, aber diese Prüfung wird hoffentlich zu einem posi­tiven Ergebnis zu führen vermögen, zumal da mit der Bewilligung der Gelder die neue Mole selbst noch nicht gebaut ist, und die Ge­fahr eben durchaus nicht ausser dem Bereich der Möglichkeit liegt, dass die Bauzeit mehr Jahre in Anspruch nehmen könnte, als der jetzigen hölzernen Anlage noch an Lebensdauer beschieden sind. Von der Hand zu weisen ist der Gedanke, zur Erzielung eines besseren Landungsverkehrs die Walfischbai mit ihrem grossen natürlichen Hafenbecken von England auf irgend eine Weise zu erwerben. Auch in Lüderitzbucht harren die überaus günstigen natürlichen Hafenverhältnisse der ergänzenden Anlagen.

c) Der Nachrichtenverkehr.

Wie der Personenverkehr, so ging auch die Nachrichtenbeförde­rung in Deutsch-Südwest zunächst über britisches Gebiet. Von Walfischbai aus wurden Briefe oder andere Sendungen durch private Gefälligkeit bei irgend einer sich bietenden Gelegenheit in das Innere des Landes weiter vermittelt. Der Frachtfahrer, der Mis­sionar, später die Schutztruppler dienten als Vermittler.Briefe, die ihn nicht erreichten, werden bei diesem Postverkehr wohl keine Seltenheit gewesen sein. Auch als die erste Postanstalt verhältnismässig zeitig im Lande eingerichtet wurde, blieb die Ge­legenheitsbeförderung von Nachrichten noch längere Zeit vor­herrschend. In Otjimbingwe wurde am 1. April 1888 die erste deutsche Postagentur eingerichtet. Infolge der mangelnden regel­mässigen Verbindungen sowohl in wie aus und zu dem Lande trat die Wirksamkeit dieser Post recht wenig in die Erscheinung. Im Oktober 1888 wurde die Agentur vorübergehend auf britisches Ge­biet nach Walfischbai verlegt, da man sich in Otjimbingwe vor den Hereros nicht sicher glaubte. Mit Uebersiedelung des Kommis­sariats von Otjimbingwe nach Windhuk ging auch die Postagentur