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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
Entstehung
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DerNautilus wurde 1896 durch den regelmässig von Swakop- mund über Lüderitzbucht verkehrendenLeutwein des Leutnant Troost abgelöst, und 1898 richtete die Wörmannlinie, zunächst mit derMelita Bohlen von 2000 Tons auch einen regelmässigen Küstendienst nach Kapstadt ein.

Hand in Hand mit der ersten Verbesserung des Verkehrs zum Schutzgebiete gingen die Versuche einer Besserung des Ver­kehrs im Schutzgebiete. Die Hauptzufahrt führte auf Otjim- bingwe, dann nach Windhuk. Um wenigstens etwas diese Zu­fahrten in Ordnung zu halten, erleichterte man jeden zur Küste fahrenden Wagen um 10 Mk. zugunsten eines Wegebaufonds, aus dem die nötigsten Herstellungen bewirkt werden sollten. Um einen schnelleren Transport zu ermöglichen, unternahm 1896 Leutnant Troost den Versuch, mit einemDampfochsen, wie die Eingeborenen seinen Dampfwagen nannten, den Dünen­gürtel zu überwinden. Nach langem Mühen brachte Troost das Fahrzeug glücklich von Walfischbai nach Swakopmund, aber es hat sich keinen Platz unter den Verkehrsmitteln des Schutzgebiets erringen können, wie auch die späteren Versuche, die während des Aufstandes mit Troostschen Kraftwagen gemacht wurden, nicht besonders ermutigten. Noch heute steht einsam und verlassen im Hinterlande von Swakopmund einTröster in der Wüste, dem mit derbem aber gutem Humor die BezeichnungMartin Luther beigelegt worden ist hier stehe ich, ich kann nicht anders. Glücklicher war der Unternehmungsgeist desselben Offiziers zur See gewesen, glücklicher war er auch zu Lande bei einem andern Versuche. Die Regierung hatte vom Landungsplatz in Swakop­mund nach ihrem Lagerplatz eine primitive Gleisanlage gelegt; Troost verlängerte diese Gleisanlage durch das schwierige Dünen­gebiet in der Richtung auf Nonidas zu.

Die Ueberwindung des 80100 Kilometer wasser- und pflan­zenlosen Gebietes von der Küste zum Inneren durch Ochsenwagen war und blieb ein wirtschaftlicher Nonsens. Nur eine Bahn konnte das Minimum von Verkehrsmöglichkeit schaffen, ohne welches das Schutzgebiet wirtschaftlich tot bleiben musste.

a) Die Bahnen.

Die Tatsache, dass, abgesehen von einem kurzen Schienen­strang an der Küste von Kap Cross und den wenigen hundert Me­tern Geleise, die in Swakopmund die Regierung in Verbindung mit