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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
Entstehung
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an die Preussische Landeskirche angeschlossen ist seit 29. Januar 1907 die neu entstandene evangelische Gemeinde Swakopmund. Während Swakopmund gegenwärtig in Pastor Hasenkamp wohl einen eigenen Seelsorger, aber noch kein eigenes Gotteshaus hat, geht in Windhuk der vor zwei Jahren begonnene stattliche Bau der evangelischen Kirche seiner Vollendung entgegen.

Um die Seelsorge mehr noch als bisher auch auf die zerstreut wohnende Farmbevölkerung ausdehnen zu können, wurde dem seit 1907 in Windhuk wirkenden Pfarrer Hammer in Pastor Heyse 1908 ein zweiter Geistlicher beigegeben.

Der Gottesdienst wird in Windhuk während der schlechten Jahreszeit im Saale des Pfarrhauses, in der guten Jahreszeit im Gouvernementspark abgehalten. In Swakopmund dient der Schul­raum zur Abhaltung der Gottesdienste.

Neuerdings haben sich auch in Lüderitzbucht zahlreiche Orts­einwohner zusammengeschlossen, um für diese Stadt eine evange­lische Gemeinde mit eigenem Geistlichen und eigener Kirche ins Leben zu rufen.

Die kirchengemeindliche Organisation steht noch in den ersten Anfängen und beruht in allem lediglich auf Freiwilligkeit. Neben dem Opfersinn der Gemeindemitglieder hat fördernd und helfend besonders der deutsch-evangelische Kirchenausschuss gewirkt, der auch den hauptsächlichsten Kostenbetrag für den Bau der Kirche in Windhuk schenkte. In Windhuk wird sich nach Fertigstellung der Kirche eine festere äussere Organisation der Gemeinde nicht mehr umgehen lassen.

Die Seelsorge für die Christen römisch-katholischen Glaubens geht von den Missionsniederlassungen der Oblaten von der un­befleckten Jungfrau Maria aus. 1

Für die Schutztruppe besteht eine besondere militärische Seel­sorge beider Konfessionen. Während des letzten Feldzuges haben die Militärgeistlichen in schweren Zeiten mit grösster Hingabe und Aufopferung ihres schwierigen Amtes gwaltet, vielen zum Trost und zum Segen.

Das deutsche Schulwesen.

Die erste Schule für Weisse wvurde im September 1894 in Windhuk errichtet. Der Unterricht wurde von der Tochter des in Klein-Windhuk ansässigen Oberamtmanns Nitze, Fräulein Helene Nitze, erteilt, und zwar an 11 Kinder in drei Altersklassen. Die