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fontein führt eine Strasse nach Gaub. Früher hauste hier der Hererobastard Krüger über eine aus Buschleuten und Bergdamaras zusammengewürfte Niederlassung. Die Mission nahm sich 1895 Gaub an und hat jetzt an dem hauptsächlich von Bergdamaras bewohnten Platze eine Missionsfarm in Betrieb. Noch weiter nordwestlich liegt
der Ort Tsumeb.
Tsumeb wurde erstmalig im August 1900 von einer stärkeren Bevölkerung, wenn zunächst auch nur vorübergehend, besiedelt, als die grosse Expedition der Otavigesellschaft unter Ingenieur James mit 32 weissen und zahlreichen eingeborenen Arbeitern ihre Versuchsarbeiten hier begann und zwei Schächte zur Feststellung der Abbauwürdigkeit eines Kupfervorkommens abteufte. Im November 1905 wurden diese Vorrichtungsarbeiten wieder aufgenommen, wesentlich ergänzt und erweitert. Die von der Gsellschaft gebaute Bahn, die am 16. Dezember 1906 betriebsfähig übernommen wurde, hatte Tsumeb als Endstation. Während der Bauzeit waren die Vorarbeiten an der Tsumebmine soweit gefördert, dass der Abbau alsbald beginnen konnte. Zur Wasserbeschaffung für den Betrieb wurde eine Hochdruckwasserleitung von dem 20 Kilometer entfernten Otjikotosee nach Tsumeb gelegt. Tsumeb ist jetzt der Industrieort des Schutzgebiets. Die Unternehmungen der Otavigesellschaft stehen im Zeichen des Grossbetriebes. Es sind Millionenwerte, die hier investiert sind. Abgesehen von der 600 Kilometer langen Bahn nach der Küste, die 14 Millionen Mark gekostet hat, haben die örtlichen Anlagen bedeutende Aufwendungen verursacht. Die Rentabilität des Unternehmens steht ausser Zweifel. Der Ort mit seinen etwa 100 Weissen und 1500—2000 Eingeborenen ist weiter nichts als eine Anlage der Gesellschaft, der alles Land und alle Häuser mit Ausnahme zweier fiskalischer Gebäude und zweier Warenhäuser gehören. Natürlich ist der Ort dadurch auch wirtschaftlich völlig abhängig von der Otavigesellschaft, aber diese Abhängigkeit ist eine natürlich gegebene, wennschon sie zuweilen für die Einzelperson mit Unbequemlichkeiten verbunden sein kann. Die Anlage des Ortes ist gut. Die Betriebsstätten und die Wohnstätten sind getrennt und zwar unter Beobachtung der herrschenden Windströmung so, dass sich keine Belästigung durch Rauch und Gase ergibt. Weit und offen sind die Wohnhäuser gruppiert, jenseits eines Tales sind die Wohnungen der Eingeborenen angeordnet: eine grosse Wellblechkaserne für die Ovambos und eine etwas