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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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Hottentott hatte einen Reiter der Station ermordet, worauf Assistenz­arzt Dr. Schroedter aus Outjo rasch entschlossen den Kapitän Jan Uixamab nebst seinen Grossleuten festsetzte und den ganzen Stamm entwaffnete. Der Platz mit dem dazu gehörigen Weideland war seinerzeit nicht mit in den Besitz der Kolonialgesellschaft, der Be­sitzvorgängerin der Kaokogesellschaft, übergangen, sondern im Eigentum des Stammes geblieben; als solches wurde es nach Be­endigung des Aufstandes konfisziert. Zesfontein ist Sitz eines von Outjo aus besetzten Distriktsamtes mit vorläufig rein militärischer Bedeutung. Die einzige nennenswerte Siedelung im Bereich des Distrikts ist die am Hoanib in einem wasserreichen Talkessel ge­legene Farm Warmbad.

Der Bezirk Grootfontein.

Während der Distrikt Omaruru bis in seine nördlichsten Teile bei Waterberg noch vollkommen zu dem Hererolande zu rechnen ist, bildet der Grootfonteiner Bezirk nach Klima, Bodenbeschaffen­heit, Vegetation und Wirtschaftsform ein Uebergangsgebiet zum Ambolande.*) Der Regen fällt ergiebiger als im Hererolande, die Vegetation wird reicher und abwechslungsvoller, die Dornbäume dominieren nicht mehr ausschliesslich, Palmen und Laubwald­bestände mischen sich an vielen Stellen ein, die sandigen Verwitte­rungsprodukte des Bodens sind oft mit fruchtbarer Humuserde durchsetzt; so dass eine zusammenhängende Vegetation entsteht, die ab und zu das Bild einer parkähnlichen Landschaft bietet.

Die Otavibahn führt seit 1906 in das Innere des Bezirkes über Otavi nach Tsumeb. Von Otavi ist seit zwei Jahren durch eine Ab­zweigung die Verbindung mit Grootfontein hergestellt. Vor Er­bauung der Bahn ging vom Waterberg her der Hauptzufahrtsweg nach Otavi und Grootfontein, aber auch von Outjo aus zog eine Strasse das Ugabtal hinauf gen Otavi. Am Wege dahin hatten sich früher bei der ergiebigen Wasserstelle Naidaus Buschmannshorden unter einem Häuptling Aribib niedergelassen. Das Gebiet galt als herrenlos zwischen Herero- und Amboland liegend und wurde als solches deutscherseits okkupiert und 1892 durch die sog. Damara- landkonzession der Southwest Afrika Company überliefert; das Ge­sellschaftsgebiet umfasst somit einen grossen und wertvollen Teil des Bezirkes. DieTätigkeit der Gesellschaft und ihrer Tochterunter -

*) Vgl. im einzelnen Rohrbach, Deutsche Kolonialwirtschaft Bd. I, S. 108 ff.