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von 12 000 Mark und 1400 Robbenfelle im Ausfuhrwerte von 26 000 Mark. —
Von Omaruru führt nordöstlich derWeg über Omburo zwischen der Doppelpyramide des Omatako und dem tafelförmigen Etjo hindurch. Am Fusse des Etjo liegt das Gefechtsfeld von Otjihinama- parero, wo am 25. Februar 1904 nach 9stündigem heissen Kampfe die Streitkräfte der Omaruru-Hereros durch v. Estorff geschlagen wurden. Weiter nordöstlich erhebt sich der Komplex des Water- berges. Wer ihn jetzt erreichen will, fährt mit der Otavibahn von Omaruru aus über Okowakuatjiwi nach Otjiwarongo, von wo aus ein 70 Kilometer langer Postweg nach Waterberg führt.
Waterberg
ist schon seit einigen Jahren als ein eigener, vom Omatako im Süden an beginnender, links und rechts des Omuramba sich ausbreitender Bezirk in Aussicht genommen, gehört aber gegenwärtig noch zum Distrikt Omaruru. Von Otjiwarongo kommend erblickt man den Waterberg als ein aus der Omurambaebene aufsteigendes gewaltiges Hochplateau. Die Südseite des Berges ist äusserst wasserreich. In einem solchen durch Wasserreichtum besonders fruchtbaren Gebiete liegt der alte Platz Waterberg; die Hereros nannten ihn Otjozondjupa, den Platz der Flaschenkürbisse. Die hier früher unter Kambazembi sitzenden Hereros waren von dem Andrängen der Hottentotten ziemlich unberührt geblieben, da sie nötigenfalls mit ihren grossen Horden nach dem Kaokofelde aus- weichen konnten. 1873 Hessen sich Missionar Beiderbeck und Kolonist Tamm auf Waterberg nieder. Ausser Kambazembi sassen damals dort noch etwa 1000 Bergdamaras und Buschleute unter der gemeinsamen Häuptlingsschaft eines Bastards Krüger, die aber sehr bald nach Norden abgedrängt wurden. Es gelang der Mission nur unvollkommen und nur vorübergehend, bei Kambazembi festen Fuss zu fassen und von 1880—1893 war der Platz wieder völlig verlassen. Missionar W. Eich nahm nach dieser langen Pause die Tätigkeit erfolgreich wieder auf. 1895 empfing Kambazembi Leutwein, der mit seiner Truppe das Hereroland durchzog, freundlich. Nach Kambazembis Tode war es jedoch mit der freundlichen Haltung der am Waterberg sitzenden Hereros gegen die Weissen bald vorüber. Kambazembi erblindete im Alter und seine beiden Söhne David und Salatiel begannen schon bei Lebzeiten des Vaters sich um die Nachfolgerschaft zu streiten. Nach dem Tode Kambazembis im Jahre 1902 teilten sie sich in die Herrschaft. Im Hereroaufstand
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