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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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schlecht, aber naturgemäss auch hier noch erweiterungsfähig. Es stehen im Bezirk 4000 Rinder, 6500 Fleischschafe, 500 Wollschafe, 9000 gewöhnliche Ziegen und 120 Pferde.

Der Bezirk Swakopmund.

Die ausschliessliche Bedeutung des ganzen Bezirkes liegt gegenwärtig in dem

Ort Swakopmund,

einem an der Mündung des Swakop sich ausbreitenden Hafenplatze von 1200 weissen und etwa 2000 farbigen Einwohnern, der Ein­gangspforte für die Mitte und den Norden des Schutzgebietes. Die Mündung des Swakop hat nicht von jeher das Eingangstor zu diesen Teilen des Landes gebildet. Von Walfischbai aus, der jetzt be­deutungslosen kapländischen Enklave im Bezirke Swakopmund, ging früher fast der gesamte Personen- und Güterverkehr in das Land, auch noch zu der Zeit, als die deutsche Schutzherrschaft über das erste Anfangsstadium hinaus gekommen war. Es ist das Verdienst von Frangois, den unleidlichen Zustand beseitigt zu haben, dass der Zugangs- und Ausgangsverkehr deutschen Gebietes allein durch einen britischen Hafen verlaufen musste. Die Möglichkeit der Landung an dieser Gegend der Küste war allerdings schon vor dieser Zeit mehrfach festgestellt worden. Zuerst prüften im Jahre 1824 die Offiziere des englischen KriegsschiffesEspiegle die Meeresgegend an der Mündung des Swakop auf Landungsmög­lichkeit. Zwei Jahrzehnte später untersuchte der englische Leut­nant Raxton die Flussmündung zu gleichem Zwecke. Die deutsche Flagge erschien zum ersten Male 1884 an der Mündung des Swa­kop: Korvettenkapitän von Raven vomWolf hisste sie als deut­sches Hoheitszeichen. In den beiden folgenden Jahren wurden dann wiederholt Landungen südlich der Swakopmündung durch die KanonenbooteWolf undHabicht bewirkt. Nördlich des Swa­kop stellte Ende des Jahres 1889 der Kapitän eines Wörmann- Dampfers eine für Landungen geeignete Stelle fest. Im August 1892 wurde diese nördliche Landungsstelle von dem Kommandanten desFalke durch eine Bake gekennzeichnet. Wenige Wochen später errichtete hier in der Höhe dieser Bake Frangois die ersten Anlagen: ein Stationsgebäude für 20 Mann und einen 20 Meter langen Lagerraum. Seine ausgesprochene Absicht dabei ging dahin, den Landungsverkehr von Walfischbai auf deutsches Gebiet abzulenken. Mit grossem Nachdruck ist Frangois von da