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Okambahe, sondern vereinzelt in dem angrenzenden Gebiete, in dem sie sich ab und zu in dichteren Werften zusammenfinden, so neuerdings auf dem früheren Hereroplatz Eharui, jetzt Kawab genannt. Ein erfolgreiches Arbeitsfeld hat die Rheinische Mission in Okambahe gefunden; am 9. Januar 1908 wurde der Grundstein zu einer neuen Kirche gelegt. Auch die katholische Mission ist seit einiger Zeit am Platze tätig und hat ein massives Wohnhaus und eine Schulkirche errichtet. —
Dicht hinter Okambahe nimmt der bis dahin westwärts fliessende Omaruru eine südwestliche Richtung an, die er bis zur Küste beibehält; er bildet in diesem seinen Teil die Grenze des Distrikts nach dem Bezirk Swakopmund zu. Etwa in der Mitte zwischen der Mündung des Omaruru und der Mündung des die Nordgrenze des Distrikts bildenden Ugab liegt Kap Cross.
Kap Cross
ist schon seit 1485 bekannt. Eine Marmorsäule gab bis zum Jahre 1893 an Ort und Stelle von der Entdeckung dieses Küstenpunktes durch die Portugiesen Kunde. Der im Dienste Johannes II. von Portugal stehende Kapitän Jakob Kanus hatte sie hier aufgestellt. Als historisches Wertstück brachte sie Korvettenkapitän Becker vom „Falke“ 1893 nach Kiel, wo sie auf Befehl des Kaisers der historischen Sammlung der Marineakademie überwiesen wurde. Zu wirtschaftlicher Bedeutung innerhalb der deutschen Interessen gelangte Kap Cross, als seit Oktober 1895 die Damaraland-Guano-Gesell- schaft, welche das ausschliessliche Recht zur Guanogewinnung und zum Robbenschlag auf 10 Jahre von der Deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika gepachtet hatte, an die Ausnutzung ihrer Pachtrechte ging. Die Gesellschaft begann den Betrieb mit etwa 100 weissen Arbeitern und errichtete mehrere feste Bauten. Da die Regierung auf Guano und auf Robbenfelle einen Ausfuhrzoll legte, wurden eine Zollstation und eine Polizeistation nach Kap Cross verlegt, so dass sofort eine verhältnismässig recht ansehnliche Siedelung entstand. Die Schwierigkeiten der Wasser
versorgung wurden durch Dampfkondensatorbetrieb behoben. Schon im ersten Betriebsjahre wurden 5 700 000 kg Guano und 2500 Robbenfelle ausgeführt. Der Export geschah auf Segelschiffen direkt von Kap Cross ab; am Lande erleichterte eine kleine Bahnanlage den Verkehr. Von 1900 ab Hess die Gewinnung von Guano jedoch immer mehr nach und der Export betrug nach den letzten Ziffern im ganzen noch etwa 600 000 Kilogramm Guano im Werte