Druckschrift 
Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
Entstehung
Seite
106
Einzelbild herunterladen
 

Im Tale des Swakop und des Kuiseb ist an einzelnen Stellen Gartenwirtschaft möglich, die vor allem in den Anlagen von Goani- komtes und in Palmenhorst zu besten Erfolgen geführt hat. Die jährliche Gesamtproduktion an Gemüse beläuft sich auf rund 10 000 Zentnern. So erfreulich diese landwirtschaftlichen Betriebe sind, werden sie doch vereinzelte Erscheinungen im Bezirke bleiben müssen, die seine Gesamtwirtschaftslage nicht beeinflussen können. Sofern nicht im Khangebirge die dort aufgefundenen und jetzt näher untersuchten Kupferlager abbaufähig sind, wird der Schwerpunkt des ganzen Bezirkes nach wie vor allein in dem Hafenort Swakop - mund liegen.

Von dem Bezirk Swakopmund führt die Hauptzufuhrstrasse nach dem Norden des Schutzgebietes, die Otavibahn, über Usakos, den seit 1908 aus dem Bezirk ausgeschiedenen Betriebsstättenplatz der Bahn, an den Südostabhängen der Erongoberge vorüber in

den Distrikt Omaruru.

Die Bahn durchschneidet in nordöstlichem Verlauf den ganzen Distrikt bis zur Grenze des Grootfonteiner Bezirks bei Omarassa und erschliesst damit vollständig das gesamte an Weide und Wasser reiche Gebiet auf das vorteilhafteste. Bereits die Hereros hatten die Güte des Landes erkannt, ln dichten Werften sassen die West­hereros von Omaruru bis zum Waterberg. Die günstigen Wasser­verhältnisse sind zum guten Teil durch den hohen Grundwasser­stand des Omaruruflusses (Eisib) bedingt. Vom Nordwestabhange des Omatako her verläuft er in südwestlicher Richtung über Om- buro, Omaruru und Okambahe. ln und bei Omaruru wird durch Einengung des Flussbettes dessen Wasserstand so gehoben, dass das Wasser auf längere Strecken zutage tritt. Die Landschaft des ganzen Distrikts ist reich an schönen und an imposanten Bildern, ein Umstand, der neben der vortrefflichen Beschaffenheit des Weide­feldes auf die neu ins Land kommenden Ansiedler eine grosse An­ziehungskraft ausübt. Die Besiedelung und Bewirtschaftung des Distrikts hat deshalb auch nach dem Hereroaufstand in be­schleunigtem Tempo eingesetzt. Von 61 vorhandenen Farmen sind 57 im Betrieb, die 50 natürlichen Wasserstellen werden durch 34 Brunnen und einen Staudamm ergänzt. Der Viehbestand weist 5000 Stück Rinder, 11 000 Stück Fleischschafe, 700 Angoraziegen und 7200 gewöhnliche Ziegen auf. Diese Ergebnisse werden vor allem auf dem Gebiete der Rindviehzucht sich sehr bald erheblich