Die gesamte Viehzucht wird sich sehr bald wesentlich heben. Die Weideverhältnisse sind an einzelnen Stellen ausgezeichnet, die Wasserverhältnisse durchschnittlich recht gut. 38 natürliche Wasserstellen, in der Hauptsache Kalkpfannen, und gegen 100 Brunnen decken den gegenwärtigen Bedarf. Bei zunehmender Besiedelung wird die Wassererschliessung ausgedehnt werden können. Gegenwärtig wohnen im ganzen Distrikt 156 Weisse mit Ausschluss des Militärs. An Eingeborenen sind 700 Hereros, 400 Bergdamaras, 100 Hottentotten, 300 Buschleute, 300 Betschuanen und einige Bastards vorhanden.
Westlich vom Bezirk Windhuk und dem Distrikt Okahandja beginnt
der Bezirk Karibib.
Der Bezirk als solcher ist noch jungen Datums; erst vor acht Jahren ist er vom Bezirke Omaruru abgezweigt und zu einer selbstständigen Distrikts- und später Bezirksverwaltungsstelle gemacht worden, aber einzelne Punkte des Bezirks sind wertvolle historische Zeugen des Deutschtums aus den ersten Tagen der Schutzherrschaft, da auch der wesentliche Teil der alten Bezirkshauptmannschaft Otjimbingwe in den Bezirk übergegangen ist. Bei Okasise tritt von Okahandja her die Bahn in das Gebiet von Karibib ein, verläuft westlich durch gutes Farmgelände an Wilhelmstal, Johann Albrechts- höhe und Friedrichsfelde vorüber bis Karibib und wendet sich dann südwestlich nach Kubas zu. Hier hört das gute Weideland auf, wenn schon auch weiter westwärts noch an einzelnen Stellen Wirtschaftsbetrieb möglich ist. Bei Kubas und ebenso bei Abbabis und Etusis finden sich ausgiebige Marmorlager. Die Verwendbarkeit des Materials zu Bauzwecken steht ausser Zweifel, ob es sich für feinere Skulpturarbeiten eignen wird, kann zurzeit abschliessend noch nicht beurteilt werden. Etusis liegt südlich der Bahn, Abbabis ist Bahnstation und war im letzten Feldzug Erholungsheim für die Schutztruppe. Von Kubas aus führt die Bahn nach Dorstrivier, einer Bahnstation, die nach dem von dort südöstlich zum Swakop führenden Flusstal genannt ist. Am Swakop liegt als südwestlichste Farm des Bezirkes Salem, früher eine der ersten Militärstationen. Weiter aufwärts am Swakop ist die Forststation Ukuib angelegt, südöstlich davon liegt die Potmine. Hier wie in Anawood wurden 1887 die Goldfunde gemacht, welche anfänglich zu den überschwänglichsten Hoffnungen verleiteten, sich später aber als