Wendungen an Geld und Arbeit, wenn Osona sich als Fehlschlag erweisen sollte.
Die wirtschaftliche Lage des Distrikts ist im übrigen erfreulich. Die weisse Bevölkerung belief sich ohne Militär auf 484 Seelen, an Eingeborenen waren im Distrikt rund 2200 Köpfe vorhanden, und zwar neben einigen Bastards, Ovambos und Buschleuten etwa 1800 Hereros und 300 Bergdamaras. Auf den 60 Farmen des Distrikts, von denen einige wenige allerdings noch nicht in Bewirtschaftung genommen worden waren, standen 4200 Stück Rindvieh, 8300 Stück Fleischschafe, 500 Stück Wollschafe, 9300 Stück gewöhnliche Ziegen. Die Rindviehzucht ist bedeutender Weiterentwicklung fähig, denn die Weideverhältnisse sind ebenso gut wie die Wasserverhältnisse. 41 natürliche Wasserstellen werden durch 37 künstliche Wasseranlagen ergänzt, aber es kann zweifellos noch an viel mehr Stellen Wasser erschlossen werden, und zu den zwei Windmotoren, von denen der eine noch nicht einmal funktioniert, und zu den 28 Pumpen kann sich im Distrikt noch eine recht stattliche Anzahl von Wasserhebewerken gesellen. An einigen Stellen des Distrikts wird vielleicht eine Aufforstung mit Nutzhölzern mög- licn werden. Unter sachkundiger Leitung werden in Okahandja sowohl wie in Osona seit einigen Jahren erfolgversprechende Versuche mit anbaufähigen Kulturen unternommen. Der Regierungsforstgarten in Okahandja ist eine mustergültige Anlage.
Oestlich an den Bezirk Windhuk und den Distrikt Okahandja schliesst sich
der Distrikt Gobabis
an, der sich von dem weissen Nossob ab über die Flussgebiete des schwarzen Nossob, des Epukiro und des Eiseb bis zur Grenze von Britisch-Betschuanaland erstreckt. Durch die Pforte von Omitara tritt man von Windhuk her in das Gebiet von Gobabis ein. Ueber Gross-Witvley führt die Strasse durch gutes Weidefeld zum schwarzen Nossob, an dem der
Platz Gobabis
liegt. Gobabis tritt als Platz im Jahre 1856 in die Erscheinung, wo der bis dahin unter dem Einfluss der Wesleyanischen Mission in Naosanabis am schwarzen Nossob sitzende Stamm der Khauas- Hottentotten des Häuptlings Amraal angeblich wegen Wassermangels unter Führung des Rheinischen Missionars Eggert nord-