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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
Entstehung
Seite
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Schutzvertrag bekannt. 1894 erhielt Okahandja eine Militärstation; im Juni rückten die ersten Reiter ein. Bis zur Errichtung eines eigenen Stationsgebäudes wurde die Truppe in dem Hause der Firma Wecke und Voigts untergebracht. ,Den Grund zur Ver­legung einer Truppenabteilung nach Okahandja gaben die Diffe­renzen ab, die zwischen dem jungen Samuel Maharero und dem alten Riarua ausgebrochen waren; Leutwein benutzte die Situation geschickt, um dem Samuel den Wunsch nach einer ihn schützenden Garnison in den Mund zu legen. Die in den folgenden Jahren errichtete grosse Feste machte den Platz zu einem deutschen Boll­werk im Herzen des Hererolandes. Ausser der Stationsbesatzung lebten bis Ende der neunziger Jahre nur wenig Weisse am Platz; immerhin hatte Okahandja auch geschäftlich schon damals einige Bedeutung als Ausgangspunkt des unter den Hereros florierenden Feldhandels. Die Bahn brachte neues Leben, aber im Hereroaufstand wurde fast alles vernichtet. Unter den Augen der in der Feste eingeschlossenen Weissen plünderten und raubten die Hereros den Ort aus; ein von Windhuk her unternommener kühner Entsatzversuch führte nicht zum Ziel, von Swakopmund her brachte die Abteilung von Zülow Verstärkung, und bald darauf schaffte die Kompagnie Franke völligen Entsatz. Der Ort hat sich jetzt wieder erholt, und es herrscht in ihm mit seinen 180 weissen Einwohnern ein frisches, reges Leben. Die jüngste Zeit hat dem Ort unter eigener tatkräftiger Mitwirkung der Bevölkerung eine eigene Schule beschert; eine eigene Wasserleitung ist im Bau begriffen. Schmerzlich wurde das Scheiden der Truppe von Oka­handja empfunden.

Einige Kilometer von Okahandja entfernt liegt das Kleinsied­lungsgebiet von

Osona.

Einst der Lieblingsplatz des alten Hererokämpen Riarua ist es jetzt ein kleiner deutscher Ort mit 74 weissen Ansiedlern, die auf kleineren Heimstätten Garten-, Feld- und Viehwirtschaft treiben. Absatzschwierigkeiten machen vielen von ihnen das Leben schwer, aber es wird wohl möglich sein, die Mehrzahl dieser Stätten aufrecht zu erhalten, wenn der Anbau mehr als bis­her auf Produkte grösserer Absatzfähigkeit, insbesondere auf Tabak und Mais gelenkt werden wird. Es wäre jammerschade um diese fruchtbare, herrliche Gegend, und um die vielen Auf-