zu machen; Spezialist war er in der Merinoschafzucht, als deren Begründer für Südwest er bezeichnet werden kann. Leider sind seine langjährigen praktischen Erfahrungen mit ihm selbst im Witboiaufstande, Oktober 1904, untergeigangen. Seine eigenen Arbeitsleute, denen er immer ein fürsorgender und gerechter Herr gewesen war, ermordeten ihn, seine Wirtschafterin, seinen Gehilfen und einen auf der Farm weilenden Soldaten. Alle vier liegen hinter dem alten Farmhaus nebeneinander begraben, aber nicht begraben ist das Unternehmen des Ermordeten, das von seinem Sohn mit grosser Energie und in beträchtlichem Umfange fortgesetzt worden ist. Die Anlagen sind sämtlich wieder in Betrieb genommen, und ein neues schönes Farmhaus ist zu den alten einfachen Baulichkeiten hinzugekommen. Der Wollexport, den die letzte Handelsstatistik des Schutzgebietes verzeichnet, ist in der Hauptsache von Nomtsas ausgegangen, und wenn er auch für das Schutzgebiet von kaum nennenswertem Umfange ist, so ist er für den einzelnen Betrieb ein erfreulicher und beachtlicher Anfang. Auch auf anderen Farmen des Distrikts, so auf Karichab, Breck- horn, Namseb u. a. wird vorzüglich gearbeitet, und in jüngster Zeit ist ein besonders ausgedehnter Betrieb unter viel Kapitalaufwand auf grosser Fläche in Angriff genommen worden, so dass die besten Aussichten für einen weiteren Aufschwung bestehen, zumal auch die eingeborene Bevölkerung sich ruhig verhält und meist auf den Farmen als Arbeiterpersonal verwendet wird. Etwa 200 Hereros, 100 Bergdamaras und 300 Hottentotten ist der ganze Bestand; dazu streifen in den äussersten westlichen Teilen, zu dauernder und sesshafter Arbeit unfähig, einige hunderte Buschleute in den Bergen umher. —
Die Bezirke Keetmanshoop, Lüderitzbucht und Gibeon bilden den Süden des Schutzgebietes und umfassen in ihrer Gesamtheit das Namaland. Völkerschaftlich schliesst sich nördlich an den Gibeoner Bezirk ein Zwischengebiet an, ehe man in das Damara- land, das frühere Hererogebiet, gelangt, und zwar zunächst der
Distrikt Rehoboth.
Der Distrikt erstreckt sich vom Oberlauf des Fischflusses an nördlich bis zu den Ausläufern des Auasgebirges und westlich von der Grenze der Namib jenseits des Urihuib-Gebirges, der Hakos- und der Groote Dodenberge bis östlich in die Gegend des Auob und Elefantenflusses. Von Nord nach Süd durchquert der Oanob