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Deutsch-Südafrika im 25. Jahre Deutscher Schutzherrschaft : Skizzen und Beiträge zur Geschichte Deutsch-Südafrikas / von Wilhelm Külz
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blech errichtet, und erst bei den neuesten Häusern hat man sich besonnen, dass ein vorzügliches Baumaterial am Platze ist. Man kann für diese Zustände niemand anders einen Vorwurf machen als den Verhältnissen. Zweifellos wird bei verständiger und systematischer Arbeit auch hier eine durchaus gesunde Stadt­anlage geschaffen werden können, wenn schon immer eine Reihe natürlicher Schwierigkeiten zu bekämpfen bleiben werden, unter denen die der Wasserversorgung die unangenehmste und leider auch die kostspieligste ist. Trinkbares Wasser ist von Natur nicht vorhanden; keine Quelle, kein Fluss. Früher blieb oft nichts anderes übrig, als das Wasser auf dem Seewege aus Kapstadt zu beziehen; jetzt hat man grosse Dampf-Kondensatoren angelegt, die das Seewasser zu Trink- und Wirtschaftswasser umwandeln. Da Einrichtung und Betrieb dieser Kondensatoren äusserst kostspielig sind, ist auch das Wasser sehr teuer und kann nur an bestimmten Tageszeiten abgegeben werden. Ein Liter kostet drei bis vier Pfennig; das klingt nicht viel, aber was für ein Preis das ist, das kann man daran ermessen, dass ein normaler Haushalt jährlich für 400 bis 600 Mk. Wasser gebraucht. Insgesamt muss in dem kleinen Ort für den Bedarf an Wasser jährlich 160 000 Mark ge­zahlt werden. Der Mangel an Wasser verhindert natürlich auch jede Vegetation; durch Gartenanlagen diesem Mangel abzuhelfen verbieten Bodenbeschaffenheit und Wasserpreis.

Das wirtschaftliche Leben des Ortes scheint gesund. Gute und leistungsfähige Warenhäuser, ein zuverlässiger und prompter Hafendienst der Woermann-Linie, geräumige und gut gehaltene Gasthäuser weisen den Personen- und Güterverkehr in glatte, geordnete Bahnen. Der ganze Eingangsverkehr nach dem Süden des Landes geht über Lüderitzbucht. Der Ausfuhrverkehr wird, sobald ein Güterabsatz aus dem Innern sich einstellt, selbstver­ständlich den gleichen Weg nehmen müssen und die Bedeutung des Platzes vermehren.

Der Bezirk Gibeon.

Das räumliche Gebiet des Bezirkes umschliesst in der Haupt­sache die früheren Territorien der Witbois und der Franzmann- Hottentotten.

Wenn man von Süden her aus dem Bersebaer-Gebiet am grossen Brukaros vorüber in das ehemalige Witboiland eintritt, kommt man in den Bereich des Fischflusses. Er durchquert den

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