in Bantadji und Uro Gabdo und beherrschen die Strasse von Yola nach Ngaum- dere. In den von den Fulbe abhängigen Gegenden des centralen Adamaua existiren mehrere grosse Heidenstaaten, welche Vasallen des Yolakönigs sind, z. B. Aladjin Galibu, Ssagdje, Dalami, Uro Bobdo, Bokko und ähnlich ist wahrscheinlich auch das Verhältniss mehrerer Battastädte, wie Konä und Lamorde, zum Sultan. Die Gebirge werden von unabhängigen Heidenstämmen bewohnt, welche zum Theil wohl hier und da an ihre Unterdrücker Tribut zahlen um Verfolgungen zu entgehen, aber von einem geregelten Lehnsverhältniss ist nicht die Rede.
Am Nordrande des südafrikanischen Plateaus hat sich sogar ein freier Heidenstaat Galmi gebildet, welcher aus Theilen versprengter Heidenstämme, wie Bute, Tikar, Schengel, Gagi, Girrgirr u. A. bestehen soll und völlig unabhängig ist. Auf dem Hochplateau liegen die drei Staaten Banyo, Tibati und Ngaumdere. Ersterer ist der kleinste; denn nach Süden und Osten hin grenzt er an Tibati, nach Westen kann er aber sein Gebiet nicht ausdehnen, wegen der dort wohnenden starken, mit Gewehren ausgerüsteten Stämme. Tibati und Ngaumdere konnten dagegen ihr Gebiet sehr vergrössern. Keine Gebirge hinderten ihre Reiterheere, keine mit Feuerwaffen versehene Stämme hielten sie auf. Sie sind daher jetzt die reichsten und mächtigsten Staaten Adamaua’s. Die Ausdehnung des Gebiets von Bubandjidda ist ungewiss. Nach Süden geht es bis zum Hochplateau, wo es an Ngaumdere grenzt. Oestlich reicht es bis an die kriegerischen Lakkavölker; über seine südöstliche Grenze lässt sich aber nichts Bestimmtes sagen.
Aehnlich, wie Adamaua, sind die übrigen Fulbereiche des mittleren Sudan von mehr oder weniger unabhängigen Heidenstämmen bewohnt, welche zum Theil gefährliche Strassenräuber sind und selbst die grössten Karawanenwege beunruhigen, wie wir aus Schilderungen aller Besucher jener Gegenden ersehen können.
Religion, Sitten und Gebräuche.
Die PTage nach dem geistigen Leben eines Volkes, seinen religiösen Vorstellungen und seiner Bildung wird stets eines der anziehendsten Kapitel in der Ethnographie bilden und bei der Beurtheilung der bestehenden Kulturverhältnisse von ausschlaggebender Bedeutung sein; denn diese sind das Resultat der Entwickelung, welche die natürliche Veranlagung eines Volkes unter dem Einfluss der äusseren Verhältnisse erreicht hat. Das geistige Leben eines jeden Volkes hat mit Vorstellungen begonnen, welche die Angst vor den Himmelserscheinungen und Naturkräften, wie Sonne, Mond, Gewitter, Erdbeben, Dürre u. s. w., vor allem aber der Tod in ihm erweckten. Mit dem Grübeln über diese Dinge