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Adamaua : Bericht über die Expedition des Deutschen Kamerun-Komitees in den Jahren 1893/94 / von Siegfried Passarge
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Sie ist charaktervoll, gegenüber dem charakterlosen Affengeplapper der Küsten­völker.

Von den Sprachen der Heidenstämme Adamauas verdient das Durru besondere Aufmerksamkeit wegen seines Nasalreichthums. Fast jedes Wort enthält einen Nasallaut, manche zwei und mehr. Wie mir Herr Prietze mittheilte, pflegt eine derartige Ausbildung besonders in der Sprache von Gebirgsvölkern, welche sich durch ferne Zurufe verständigen wollen, vorzukommen und in der That bewohnen ja die Durru ein Gebirgsland. Auch das Dekka ist reich an Nasalen.

Anthropologisches.

Wie der linguistischen, so ist auch der anthropologischen Forschung be­züglich der Abstammung und Verwandtschaft der Völker nur ein bedingter Werth beizumessen. Von vornherein sollte man meinen, dass gerade die körperlichen Eigenschaften in der Beurtheilung eines Volkes von ausschlag­gebender Bedeutung sein müssten. In der That, stellt man Vertreter einzelner Rassen einander gegenüber, z. B. einen Kaukasier, Mongolen oder Neger, so tritt der Unterschied zwischen diesen in der denkbar schärfsten Form hervor. Verfolgt man aber die genannten Völker besonders in den Grenzgebieten, so findet man allseitig Uebergänge, die bald mehr sprungweise, bald allmählig verlaufen, aber doch nachzuweisen sind.

Die Erklärung für diese Erscheinung liegt auf der Hand. Der Mensch ist denselben Gesetzen unterworfen, wie die Thiere. Dieselben Vorgänge, welche im Thierreich scharf charakterisirte Gruppen zu schaffen im Stande sind, werden auch bei den Menschen ausgeprägte Gruppen, d. h. Rassen, hervorbringen.

Dazu gehört in erster Linie die Trennung und Abschliessung von der Aussenwelt, die sogenannte Separation. Wo keine fremden Einflüsse hinzu­treten, wird sich innerhalb einer abgeschlossenen geographischen Provinz unter der vorhandenen Bevölkerung ein bestimmter gleichmässiger Typus ausbilden können. Wie derselbe ausfällt, wird einmal abhängen von gewissen inneren Eigenschaften und Anlagen des Organismus, welche auf der Thätigkeit der Zellen der Gewebe beruhen müssen, über deren wahre Natur wir aber nichts wissen, sodann aber auch von äusseren Einflüssen, deren Bedeutung nicht unter­schätzt werden darf. Hierbei kommt in erster Linie das Klima und die geographische Lage in Frage, deren Einfluss auf den Körper in vielen Punkten festgestellt ist, z. B. die Höhe über dem Meere, die Feuchtigkeit oder Trocken­heit der Luft, die periodische Vertheilung der Wärme in Folge des Sommers und Winters.

Je extremer ein Klima nach der einen oder anderen Seite hin ist, um so energischer muss seine Einwirkung auf den menschlichen Organismus sein.

Passarge, Adamaua.

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