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Teil 3 (1919) Beiträge zur Völkerkunde des Ost-Mbamlandes / unter Mitarb. von Theodor Mollison ... von Franz und Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
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Instrumentalaufnahme

Walze Nr. 23 I, (Transskr. 22, S. 198), Phonogramm aus Tibati Spiel auf dem Lamelleninstrument timbeli (Sansa mit Eisenstäbchen, M. 1125, vergl. Tafel 32, Abb. 7), Spieler: Mbum-Mann In diesem Phonogramm werden von den (15) Lamellen der Sansa nur 6 benutzt. Die Melodie ist, wie die der Sansenaufnahmen Phonogr. 8 und 46 ziemlich eintönig. Sie bewegt sich durchweg auf der Quinte c 2 -g 2 mit Benutzung der ent­sprechenden Durchgangsnoten (Sekunde und Terz). Die vorkommende Quarte g 2 -d 2 scheint nur die Bedeutung einestoten Intervalles zu haben.

Im weiteren Verlauf der Melodie wird drei mal (als Arpeggio) mit dem g 2 zu­gleich ein b 2 angeschlagen. Metrisch fügt sich die Melodie am besten in ein drei­teiliges Zeitmaß ein.

Phonogramm von Bati-Musik

Vokal-Sol o

Walze Nr. 1481 (Transskr. 23, S. 199), Phonogramm aus Banjo (Stamm Sanaga), Liebeslied, gesungen von 2 Sanagaleuten Die Protokollbemerkungvon 2 Sanagaleuten beruht wahrscheinlich auf einem Versehen. Nach dem Phonogramm hat man durchaus den Eindruck, daß nur ein einzelner Sänger in Frage kommt. Metrisch ließ sich das Lied in 6 / 8 -Takte gliedern. Größere Einschnitte bestünden dann an den Enden der einzelnen Phrasen. Größere als Quintenintervalle kommen in der Melodieführung nicht vor. Für die in Phrase 3 und 4 stehenden Halbtonschritte war die genaue Bestimmung zweifelhaft.

Der Tonumfang des Gesanges beträgt eine None. Alstote Intervalle zwischen den Phrasen stehen Primen, Sekunden, Quarten, Quinten, Oktaven usw. Die Motive hätte man nach ihren Endungen ordnen können. Mit ABC bezeichnet, hätte das folgendes Schema ergeben:

A A B B A A A A B B A B C C C B B A A C C

BBBABBAACC(AA) (C).

Eine solche Bezeichnung wäre aber zweifellos nicht genau genug und könnte zu Mißverständnissen führen. Es müßten darnach z. B. die Phrasen 3 und 4 usw. tibereinsti m men. In Wirklichkeit tragen sie aber motivisch ganz unterschiedlichen Charakter. Eine genauere Motivbezeichnung (nach Einsatz und Endung), wie sie in der Notation angewandt wurde, ergibt die Ordnung:

a b al c a2 a b a2 al c a al d dl d2

al al b a d3 d4

bl al a3 b al bl a2 a2 d5 d6 d7

Die d-Phrasen treten besonders hervor wegen ihres Parlando-Charakters. Als Hauptmotive könnte man allgemein hier auffassen die Intervalle der Endungen : Phr. a: = d 2 -(A 1 )-gf 1 -c.°, also zwei Quinten,

Phr. b: = c 2 -(a 1 )-< 7 1 -c 1 , Quarte und Quinte. Die Phrasen zeigen in ihren Endun­gen durchweg ein Terzenmotiv.