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Die Phrasenteile (1) a 1 -e 1 -d 1 -/i 0 -a 0 -/is°-e 0 und (3) a 1 -e 1 -cis 1 :7i 0 -a°-e° verraten zweifellos pentatonischen Charakter. Die letztere Tonreihe stellt eine regelrechte Fünftonleiter mit fehlendem fis dar. Das Halbtonschema ist (von oben nach unten) 0 (3) 2 3 2 2 (3) 2.
Ein ähnlicher Aufbau findet sich z. B. in Phonogramm 29 I Phr. 2 usw. Wir lesen dort (abwärts) die Intervalle 0 (3) 2 3 (2) 2 3 2 (Die fehlenden Stufen sind eingeklammert). Die Phrasen bewegen sieh dort aber überwiegend steigend, also von einer tiefen (der tiefsten) Stufe (c 1 ) bis über eine Oktave -f Sexte zurück auf die Oktave (c 2 ). Die Bewegungen in 13 II und 29 II a sind also zwar entgegen- gesetzt, haben aber doch recht große Ähnlichkeit miteinander.
Die einzelnen Phrasen lassen sich gliedern in kurze Motivteile (ABC usw.), von denen C Refrain ist.
Das Metrum könnte man ev. als zweiteilig auffasson. In der Notation wurde es aber vorgezogen, nur die Phrasen zu trennen und keine Taktgliederung anzudeuten. Lediglich durch die Notenwerte sind noch einige metrische Verhältnisse ausgedrückt.
Phonogramme von Mbum-Musik
Vokal-Solo
Walze Nr. 1484 1 (Transskr, 21, S. 198), Phonogramm aus Banjo, Stamm Tibati
Sologesang eines Weibes
Die Halbtöne dieses Gesanges sind durchweg etwas zu groß und entfallen nur auf das Intervall dl-es 1 . Die großen Sekunden verteilen sich so, daß etwa die eine Hälfte auf f 1 -g 1 entfällt, die andere Hälfte zu zwei Dritteln auf es 1 -/ 1 und der Rest auf gd-a 1 . Die wenigen kl. Terzen entfallen auf d 1 -/ 1 , die gr. Terzen mit zwei Ausnahmen sämtlich auf es 1 -(/. Für die Quarten kommt ja nur dl-g 1 in Frage. Die ersten fünf Noten in Phrase Nr. 5 singt die Sängerin je um einen Halbton zu hoch, wenn man aus den ähnlichen Phrasen schließen darf. Der Umfang des Gesanges beträgt eine Quinte.
Die „toten“ Intervalle, mit Ausnahme der Cäsuren zwischen Phr. 3/4 und 4/5, stehen sämtlich auf der großen Terz. Die große Terz spielt also neben der großen Sekunde in diesem Gesang eine beträchtliche Rolle. Es wurde der Versuch gemacht, die gr. Terz zu messen. Die Messung (Phrase 2) ergab etwa 395 Cents, allerdings ist die Tongebung im allgemeinen etwas dehnbar, so daß hier trotzdem eine neutrale Terz in Frage kommen könnte.
Außer in den Phrasen 5,8 und 9 stimmen die Phrasenendungen sämtlich überein (es l -f 1 -/es l -d l -es l ).
Man kann darnach auch wohl die Stufe es 1 als Hauptton auffassen. Alle anderen Stufen sind eine Umspielung dieser Hauptnote. Bemerkenswert ist dabei der Tritonus es-a.
Eine Motivgliederung wurde nicht vorgenommen. Nach den Endungen gerechnet, würde es sich um lauter gleiche Teile handeln. Auch im übrigen ist die Motivbildung ziemlich eintönig. Die Leiter hat diatonischen Charakter und zeigt keine Spur von Pentatonik.
1 Die hoben Ordnungsziffern 1484 und 1481 (S. 172) beziehen sieh auf die schon früher vorgenommene Einordnung dieser beiden Walzen in das Berliner Phonogrammarchiv.