Zeitschriftenband 
Teil 3 (1919) Beiträge zur Völkerkunde des Ost-Mbamlandes / unter Mitarb. von Theodor Mollison ... von Franz und Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
Seite
169
Einzelbild herunterladen
 

Schnitts (Takt 17). Zur Orientierung mag zunächst dienen, daß je die größte Kurve dem am stärksten angeblasenen Anfangston eines Taktes entspricht. Im übrigen sind die Ausschläge des Schreibhebels sehr scharf wiedergegeben. Darnach bezeichnen die Merkstriche unter der Kurve durchweg je den Einsatz eines neuen Tones. Betrachtet man die einzelnen Ausschläge genauer, so sieht man, daß gleiche Tonhöhen zumeist auch ähnliche Kurven ergeben, z. B. in Takt 17 der . Übertragung je die letzten Ausschläge. Ganz zuverlässig ist solcher Vergleich indessen nicht, da der Schreibhebel wegen seiner Elastizität noch Eigenschwin­gungen ergibt. Dahingegen sind die Momente des Stromschlusses entschieden sehr zuverlässig dargestellt.

Eine Ausmessung derTakt-Dauer ergibt, daß Takt 1, 4, wie 2, 6, 7 unter sich zeitlich ganz gleich sind. (Dabei spielt hier die absolute Zeit zunächst ja keine Rolle.) Takt 5 ist etwa um 1 / g länger als Takt 6, Takt 3 bis zu 1 / 13 länger als die übrigen (außer 5). Würde man subjektiv in Achteln notieren, so müßte man z. B. in Takt 6 = ®/ 8 , in Takt 5 = 9 / 8 erhalten. Wahrscheinlich würde man diese Verlängerung aber als agogische Freiheit des Spielers unbeachtet lassen. Man könnte dann natürlich nicht darauf kommen, daß solche Freiheiten an­scheinend in gewissen zeitlichen Abständen wiederholt werden, und verlöre dadurch ein zweifellos wichtiges Moment für die Erkenntnis der rhythmischen Verhältnisse. 1

Noch freier sind die Untertaktteile gehalten. In Takt 2 sind etwa alle Noten gleich je x / 4 . In Takt 7 sind das 2. und 4. Viertel gleich. Das 1. ist aber um etwa Vs länger gehalten als das 3. Viertel. In Takt 6 beträgt die erste Note genau x / 3 , die zweite rund 4 /l7> die dritte 3 / 14 , die vierte 2 / 9 des ganzen Takts. Bei praktischer Anwendung auf größeres Vergleichsmaterial wären die Werte natürlich noch genauer zu bestimmen. Der Hinweis auf diese Methode der Bestimmung der rhythmisch-metrischen Verhältnisse möge hier genügen. Sie läßt sich natürlich nur dort anwenden, wo man eine genügend starke, und vor allen Dingen eine einstimmige Aufnahme zur Verfügung hat. Die Fig. 33 b zeigt die Über­tragung eines anderen Ausschnitts der Walze 45 nach etwas veränderter Umlaufs­geschwindigkeit des Phonographen. Das Stück ist leider nicht genau zu identi­fizieren, zeigt aber ebenfalls, wie einheitlich sich gewisse Schwingungsformen innerhalb des rhythmischen Verlaufs darstellen.

Phonogramme von Wute-Musik

Soli mit Chor

Walze Nr. 10 (Transskr. 19, S. 195), Phonogramm aus Linde Weibliche Solostimme mit Weiberchor (Solostimme: Lambde, junge Frau)

Wegen des rhapsodischen Charakters wurde auf eine metrische Gliederung des Gesanges verzichtet. Die kJinteilung geschah nach Phraseneinschnitten, die sich sehr deutlich hervorheben und den jedesmal relativ lange ausgehaltenen Schluß­noten einer Gesangsphrase.

1 Darauf, daß solche Verlängerungen bezw. Verkürzungen innerhalb eines Taktschemas keine ungewöhnlichen Vorkommnisse sind, weist schon Stumpf, Anfänge der Musik, S. 194 hin.