Das Tempo ist bei dem ngpa auf Walze Nr. 39 etwa doppelt so schnell wie bei dem hier besprochenen.
Würde in der abgeleiteten Skala die Quinte nicht fehlen, so hätten wir darin eine Leiter mit regelrechtem C-dur Aufbau vor uns. Als Haupttöne kommen wohl c 1 und e 1 in Frage.
Walze Nr. 34 (Transskr. 8, S. 1£6), Phonogramm aus Jakong Gesang: Jakongweib mit Weiberchor ngpa
Dieser Gesang, der nach dem Phonogramm überaus schwierig genau zu trans- skribieren war, besteht aus einer Reihe von Varianten der Solophrase A. Diese Varianten (in ihrer Form offenbar durch den Text beeinflußt) werden abwechselnd von der Solostimme und dem Sopranchor gesungen. Dem liegt der Bordun eines Altchors zugrunde. Dieser Bordun ist leicht in dreiteiligem Zeitmaß zu notieren. Die Einsätze des Sopranchors sind anscheinend recht willkürlich.
Dabei klingen die ziemlich schreienden Stimmen mehr oder weniger durcheinander. Ich habe mich deshalb darauf beschränkt, nur die Motive dieses Gesanges wiederzugeben. Rhythmisch wird dieser durch das begleitende Motiv eines Schlaginstruments unterstützt.
Das am meisten hervortretende Intervall in diesem Gesang ist die kleine Terz. Sie beherrscht sowohl die Solopartie als auch den Bordun. Das Bordunmotiv (cis 1 -d 1 -e 1 ) läßt sich auch hier wieder auffassen als Umkehrung des Solomotiv,s a^-fis 1 in einer andern Tonlage. Die Tonlage ist dann so bestimmt, daß das Solomotiv auf der Oberquarte des Borduns steht. Der Gesamtumfang des Gesanges beträgt eine Octave. Das entspricht zugleich dem Umfang der andern beiden ngpa -Aufnahmen (Phonogr. Nr. 39 und 37). Auch inbezug auf die absolute Tonhöhe stimmen die drei verwandten Gesänge (nach dem Bordun gerechnet) überein, doch kann dieses ja von Äußerlichkeiten bei der Aufnahme herrühren.
Der Gesang Nr. 37 scheint im übrigen von 39 und 34 darin abzuweichen, daß sein Bordun sich innerhalb einer großen Terz bewegt, und daß ihm keine sogenannte „Formel“ voranzugehen scheint. Dieses letztere könnte aber ja mit irgend welchen Umständen bei der Aufnahme Zusammenhängen. —
Als Hauptton der aus dem Gesang gebildeten Skala ist wohl das fis 1 anzusehen, das von der Quarte e 1 -» 1 umschlossen wird, und von dem aus sich nach oben sowohl als nach unten je eine weitere Quarte (cis^fis 1 und anschließt.
Vokal-Soli
Walze Nr. 29,1 (Transskr. 9, S. 187), Phonogramm aus Bambu (Tikar),
Büffelgesang.
Da es mir nicht gelungen ist, den vorhegenden (Büffel-) Gesang in ein festes Metrum zu bringen, so habe ich auf eine Andeutung des Taktmaßes überhaupt verzichtet und nur die Phrasen durch Phrasenzeichen (f|') kenntlich gemacht. Ich zweifle aber trotzdem nicht daran, daß dem Gesang irgend ein festes Metrum zugrunde liegt, denn die Partien mit untergelegtem Text sind so gesprochen worden, daß es völlig den Eindruck eines beabsichtigten Zeitmaßes macht.