Zeitschriftenband 
Teil 3 (1919) Beiträge zur Völkerkunde des Ost-Mbamlandes / unter Mitarb. von Theodor Mollison ... von Franz und Marie Pauline Thorbecke
Entstehung
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holz eignet sich besonders gut zu solcher Technik. Die Schiebetüren bestehen aus einer Anzahl von Querhölzern, die je dreimal durchbohrt sind, drei dünne Stäbe werden durch die Löcher gesteckt und halten die Hölzer zusammen, die dann noch mehrmals verschnürt werden. Die Schiebetür läuft in einem Rahmen, der nach außen durch die Türpfosten und die Schwelle, nach innen durch ein Rechteck fester Stangen gebildet ist. Die Tür selber ist etwas größer als die Türöffnung und der Rahmen, so daß sie fest schließt. Entfernt sich der Besitzer des Hauses, so klemmt er noch in der Diagonale einen starken Stamm von außen zwischen die Türpfosten 1 .

Durch Binden werden schließlich auch einzelne Teile verschiedener Waffen und Geräte verfestigt. An den leichten Vogelpfeilen aus Rohr werden die aus Holz geschnitzten Spitzen mit seidenfeinem, glänzendem Bast festgebunden (Tafel 17 Nr. 9). Das schaufelförmige Blatt der Hacke (Fig. 26) bindet der Tikar mit Lianenstreifen am Winkelholz des Stieles fest.

Lederbearbeitung

Im Gegensatz zum Wüte, der sehr erfahren in der Bearbeitung von Tierhäuten und in der Verwendung von Leder ist, versteht der Tikar garnichts davon. Wo er Leder benutzt, geschieht es nur in Nachahmung der Lederwaren von Wüte und Fulla, aber stets ohne Gerben oder feinere Bearbeitung. Das getötete Tier wird lediglich abgezogen, die Haut abgekratzt und mit Asche eingerieben; auf dem Boden festgepflöckt und ausgespannt, läßt man sie dann an Luft und Sonne trock­nen. Im allgemeinen wird ein solches Fell nur als Unterlage zum Sitzen ge­braucht; dem Häuptling wird ein Antilopenfell, noch lieber ein Leoparden­fell nachgetragen, das ihm beim Niedersitzen unter Stuhl nnd Füße gebreitet wird. Auch mancher Edelmann läßt sich so ein Antilopenfell nachtragen, auf dem er sich bei gegebener Gelegenheit niederkauert. Auch den Gelbgießer sahen wir bei seiner hoch geschätzten und bewunderten Arbeit auf einem Antilopenfell kauern. Mütze und Tasche aus Affenfell, die der Vorkämpfer trägt, sind gleich­falls ungegerbt.

Aus roher, ungegerbter Büffelhaut fertigt der Tikar ab und an plumpe San­dalen, zu denen die Sandalen des Haussa als Muster dienen. Früher, in den Zeiten der ewigen Fehden und Kriege, hat der Tikar Büffelschilde ( ngang) angefertigt, wohl in Anlehnung an die Wüte; doch nicht in genau derselben Form, nicht so groß und schwer wie seine Vorbilder, kürzer geschnitten, aber mit zwei ausladenden Zacken an den Seiten, die wohl Schultern, Brust und Arme besonders schützen sollen (Tafel 16 Nr. 6). Es kommt darauf an, einem solchen Schild durch Zusammenziehn der Seiten eine gewisse Wölbung zu geben, damit der Mann in der Höhlung auch nach rechts und links etwas gedeckt ist ; die zusammen­ziehende Schnur darf aber nicht das nahe Eintreten in die Höhlung hindern, was geschehen würde, wenn die Schnur in gerader Linie von Rand zu Rand Hefe. Der Wüte löst dies technische Problem, indem er von beiden Seiten tiefe

1 Vergl. 2. Teil, Tafel 14.