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den Wute-Frauen, deren Haltung mit durchgebogenem Kreuz, herausgereckter Brust und erhobenem Kinn fast herausfordernd wirkt.
Die Bewegungen von Männern und Frauen sindruhig, der Gang gleitend, mit ziemlich parallel gesetzten Füßen und eng an einander vorbei geführten Knien. Gewöhnlich wird bei leeren Händen, der linke Arm gebeugt gehalten, während der rechte schlenkernd herabhängt.
Der Gesichtsausdruck 1 ist im allgemeinen heiter und freundlich, aber dabei ruhig (Tafehi 8 u. 11 Abb. 2), was wiederum am deutlichsten beim Vergleich mit dem ablehnenden Stolz des Wüte, dem gleichgültig-stumpfen Ausdruck des Mbum und dem heuchlerischen Wesen des Haussa in die Erscheinung tritt.
Körperpflege
Die Pflege seines Körpers ist dem Tikar selbstverständlich, sie ist ihm zum Wohlbefinden nötig, und er beweist in ihr mehr körperliche Kultur als mancher Europäer. Neben den Mitteln zur Erhaltung des Körpers: genügender Nahrung und genügendem Schlaf — legt er auch der Reinlichkeit größte Wichtigkeit bei; und da in seinem wasserreichen Land stets Gelegenheit dazu ist, wäscht und reinigt er täglich seinen ganzen Körper. Er geht dazu am Vormittag oder gegen Abend an den Bach, entledigt sich aller Kleider, steigt bis zur Mitte der Oberschenkel ins Wasser, wenn es so tief ist, und spült sich unter Tauchen und Reiben von Schmutz und Staub rein. In seinem wolligen, meist fetten Haar haftet das Wasser nicht, das Waschen der Kopfhaut und des Haars wird deshalb nur ab und an beim Herstellen der Frisur 2 vorgenommen. Ein der Seife ähnliches Reinigungsmittel ist unbekannt, aber die vom Europäer eingeführte Seife erfreut sich auch zur Körperpflege allergrößter Beliebtheit und wird, wenn sie nur irgend zu haben ist, hoch bezahlt. Sonne, Luft und Wind trocknen den nassen Körper, zur Regenzeit das Herdfeuer.
Das Salben mit Palmöl ist in Tikar nicht so allgemeiner Brauch, wie im ölreicheren westlichen Grashochland, es gilt vielmehr als besonderer Luxus, den sich nur der Wohlhabende gestatten kann. Deshalb werden auch die vom Europäer eingeführten Salben und Pomaden sehr gern gekauft. Ein dunkelbrauner, von wenigem, gut eingeriebenem Fett glänzender Körper ist das kosmetische Jdeal eines jeden Tikar.
Die Kinder werden von ihren Müttern zum Baden mit ins Wasser genommen, größere Kinder baden in kleinen Gruppen zusammen. Warmes Wasser zum Waschen wird nur bei Kranken angewandt. Bei längeren Märschen wird, zumal in der Trockenzeit, gern hin und wieder ein Bach zum Abspülen von Füßen und Beinen benutzt, auch wenn eine Brücke hinüber führt. Selten aber sieht man den Tikar in sehr erhitztem, schwitzendem Zustand zu einer vollständigen Körperwaschung ins Wasser steigen; besonders wenn er noch weiter zu marschieren hat, meidet er lieber diesen Aufenthalt, der ihm doch keine dauernde Er-
1 Vergl. 2. Teil, Tafel 1.
e Siehe S. 23.