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1 (1914) Landeskundlicher Teil
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zen sich Steppenstücke durch breite Durchhaue (Jagenlinien) ab und treiben das Wild gegen eine Netzwehr. Beim Anprall in die Netze wird das Wild von den dahinter lauernden Jägern gespeert. Auf diese Weise sollen sie selbst den von ihnen überaus gefürchteten Büffel gelegentlich erlegen. Allzu oft mag es allerdings nicht Vorkommen, denn die Kunde von einem solchen Jagderfolge verbreitet sich weit übers Land und wird noch lange im Gedächtnis auf­bewahrt.

Der Fischfang wird von allen Laka mit großem Eifer betrieben. Die Hauptzeit dafür ist die des fallenden Wassers, nach der Regenzeit. Dann werden überall in den Bächen Fisch wehre an­gelegt und mit kunstvoll geflochtenen Reusen be­setzt. In den großen Flüssen wird der niedrigste Wasserstand abgewartet und dann mit Speer, Netz und Reuse gefischt.

Die gesundheitlichen Verhältnisse des Volkes sind erfreulicherweise als gute zu bezeichnen. Am auffallendsten ist das Vorkommen von Filarien- j krankheit, die durch ein Insekt (Fliege oder Mücke?) j übertragen wird. Schlafkrankheit fehlt glücklicher- i weise noch gänzlich. Bei einem in Gore von j Dr. Houy beobachteten Fall handelte es sich nach- j gewiesenermaßen um Einschleppung von Süden her. j Indes ist größte Vorsicht geboten, denn die patho- ! genen Fliegen, die als Krankheitsträger bekannt j sind, kommen stellenweise vor. j

Das Volk macht einen gut ernährten, gesunden j Eindruck und erfreut sich eines großen Kinder­reichtums. j

Die Siedlungsform ist meist ein weit ausgebau­tes Dorf. Im Norden sind die einzelnen Gehöfte i mit hohen Mattenzäunen umgeben, der Eingang ist ! durch eine Mattentür verwahrt. Bei Öffnung der- ! selben wird häufig eine Art Läutewerk in Bewegung gesetzt, das aus leeren, mit kleinen Steinen gefüll­ten Kürbisflaschen besteht. Ein Anwesen enthält mehrere Wohnhiitten (eine für jede Frau), hoch- gestellte Speicher sowie Ziegenstall und Hühner­haus. In der Mitte des Dorfes befinden sich meist ein oder mehrere große Schattenbäume, unter denen sich die Männer zu Beratungen zu versammeln pflegen.

Bei den Süd-Laka fehlen häufig die absperren-- den Zäune, doch sah ich mehrere Male lebende Hecken aus Kandelaber-Euphorbien.

Die dichteste Volksmasse der Laka sitzt wohl in dem Bogen des westlichen Logone, südlich Lai, sowie in dem Zwischenstromland der beiden Logone- Quellfliisse. Wenn es auch schwer ist, die Zahl einer Bevölkerung zu schätzen, dürfte doch die Ge­samtzahl der auf deutschem Gebiet sitzenden Laka

mit einer Million anzunehmen sein. Die Expedition hat das Land auf vielen Wegen durchquert und es durchweg gut bewohnt gefunden. Ich glaube da­her, daß diese Angabe eher unter als über der wirk­lichen Ziffer bleibt.

Zum Schluß des Berichtes über das Laka-Land will ich einige treffende Worte aus einem Bericht des ermordeten Regierungsarztes Dr. Houy an­führen :

Möchte dieses reiche Land mit seiner präch­tigen Bevölkerung Verständnis finden, möchten Nutzen und Gewinn aus seiner Fruchtbarkeit gezo­gen werden, und Glück und Ruhe bei dem Volk ein­kehren, das jeder lieb gewinnt, der es näher kennen lernt.

Das Land zwischen Nana-Barja und Uam-Fluß, sowie das Baja-Land bis zur Breite der Pama-Quelle.

Das sich im Süden an das flache Laka-Land anschließende Gebiet zeigt bei 600 bis 700 m See­höhe mehr den Charakter eines Hügellandes.

Der Oberlauf des Nana-Barja, der Ober- und Mittellauf des Uam sind begleitet und einge­schlossen von höheren Plateaus, die mitunter noch von schroffen Klippen Urgesteins überragt sind.

Im Nordwesten erhebt sich das Jade-Gebirge bis zu etwa 1200 m Höhe mit vielen schroffen Gipfeln. Es ist vom Ngaundere-Hochland durch ein tiefes Einbruchstal getrennt, in dem ein Ouell- fluß des westlichen Logone, der Mbere (Mambere), dahinströmt.

Nach Osten zu fällt das Land allmählich ab, doch zeigt es noch bei 17 0 östlicher Länge (Green­wich) einen stark hügeligen Charakter, der sich nach Süden hin mehr und mehr zu ausgedehnten Plateaus verflacht.

Das Gebiet wird von dem Oberlauf des Nana- Barja sowie von dem Uam-Fluß durchflossen. Wie schon vorher erwähnt, bilden beide weiter unterhalb den Bahr Sara.

Südlich des Uam liegt die Wasserscheide zwi­schen Schari (Tschadsee-Becken) und Kongo. Sie wird durch eine wenig auffallende, flache Hiigelwclle von etwa 700 m Höhe gebildet.

Der Boden des Landes ist meist ein fruchtbarer Lehm. Laterit ist selten. Urgestein tritt im Jade- Gebirge im Hügelland von Bosum sowie an den großen Flüssen zutage; im Süden des Landes, in der Gegend der Pama-Quelle, fehlt es gänzlich an Steinen. In den Betten der dort fließenden Bäche findet sich schneeweißer Quarzsand.

In klimatischer Beziehung ist das Land günstig zu beurteilen. Es hat eine etwas kürzere Haupt-

Mitteilungen a. d. D. Schutzgebieten, Ergänzungsheft 9 a.

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