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1 (1914) Landeskundlicher Teil
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Tagemärsche getrennt von seinesgleichen, hoch oben auf dem Bergstock von Kol (zwei Märsche ostnordöstlich von Ngara-Binsam), überreich mit Früchten behängen, die niemand erntet; ihre Ver­wendung ist den umwohnenden Ssanga-Bakulis un­bekannt. Wo mögen heute die sitzen, deren Väter und Großväter diese Kulturen zur Würze ihres Mahles und Pflege des Körpers angelegt haben?

Bedeutend sind durchweg die Bestände G u m m i liefernder Pflanzen, insbesondere die der Lianen, neben denen indes fast allenthalben auch der Gummibaum zu finden ist. Wertvolle Striche wur­den namentlich im Iwindobogen von Malen bis Alati, in dem Njem-Busch von Suanke bis Sembe und auf dem Weg von Minkebe über Dsika nach Malen durchschritten. Besonders zahlreiche und kräftig ent­wickelte Kickxia-Stämme waren am Unterlauf des in den unteren Dscha mündenden Bandama-Flusses, ferner in dem Mböng-Busch auf dem östlichen Ufer des unteren Uaga und in beschränkterem Umfang auch nahe der spanischen Ecke vertreten. Im ganzen ist der Osten an Gummibäumen wesentlich reicher als der Westen.

Die Ertragsfähigkeit des Landes steht auf der Höhe der bekannten Fruchtbarkeit des alt- kameruner Parallelgebietes; ebenso entsprechen ein­ander die klimatischen Verhältnisse der Gebiete gleicher Höhenlage; sie sind deshalb in dem bergigen Ostdrittel des Neugebietes günstiger als in den nördlichen, tiefer gelegenen Parallelstrichen Altkameruns, mögen im Mittelstück hinter denen des Nordens zurückstehen und im Westdrittel ein­ander die Wagschale halten.

An natürlichen Zufuhrwegen ist, ab­gesehen vom Muni-Dreieck, das Weststück am stief­mütterlichsten bedacht, sowohl für den Innen- wie Außenverkehr. Auf der Wasserscheide zwischen Kampo und Ogoue sich ausbreitend, umfaßt es nur die Oberläufe der zahlreichen nord- und süd­wärts abfließenden Wasser; der nach Westen ent­eilende Wolö aber wird erst wenige Kilometer vor seinem Eintritt ins spanische Gebiet mit Kanus be­fahren.

Anders im Mittelstück, dessen durch seinen Niederungscharakter gekürzten Entwicklungsaus­sichten in der Schiffbarkeit des Iwindo unterhalb Alati, der des Dschua von Madjingo ab und durch den Diagonalstrang des Karagua von Ngara- Binsam bis zu seiner Mündung einen wesentlichen Ausgleich erfahren. Auch der Uaga soll nach An­gabe der Eingeborenen von Mböng ab und der Mbaje bis zur Hälfte seines Laufes befahrbar sein. Im ganzen bestehen hier somit recht günstige Ver­hältnisse für den Binnenverkehr; französischerseits

ist deshalb auch bereits der Anschluß an den schiff­baren Sembe, mit Hilfe des Mbaje und eines kurzen Landtransportes ins Auge gefaßt worden, da der Iwindo schon bei Makokou durch Schnellen ge­sperrt wird.

Weitaus am günstigsten ist das an dem schiff­baren Dscha-Unterlauf sich hinziehende und damit dem Außenverkehr angeschlossene Oststück unseres südlichen Neugebietes gestellt. In seinem breiteren Teil vermittelt außerdem der währen des Jahres für Kanus fahrbare Wasserweg des Kudu und Sembe bis zu dem Orte gleichen Namens den Lastenverkehr.

Die Ostecke des südlichen Neugebietes.

Einen Einblick in die noch unbekannten Ver­hältnisse dieses von dem schiffbaren Wasserweg des Dscha so günstig bedachten Teils des Neugebietes zu gewinnen, bezweckte eine längs des Bandama ausgeführte E r k u n d u n g-, die diesen Fluß zu­nächst aufwärts bis zu seinen Quellen verfolgend, alsdann in nördlichem Bogen bei Epaka, oberhalb Ngoko-Tibundi, zum Dscha-Fluß zurückführte. Als Beförderungsmittel kam der fischreiche Dscha eben­so wie der unterhalb Molundu mündende Komo nur auf einigen Kilometern ihres Unterlaufes in Be­tracht. Die Erkundungsabteilung mußte ihren Weg selbst suchen und bahnen. Das Wetter war günstig, die mitgeführte Verpflegung* konnte wiederholt durch Wild (Büffel, Antilopen, Schweine u. a. m.) ergänzt werden. Schon am zweiten Marschtage trat die Expedition aus dem Niederungsgebiet des Dscha und unteren Bandama in ein B er gl and ein, wel­ches, soweit nach dem Gesehenen und Gehörten zu urteilen, den größten Teil des Neugebietes östlich des Kudu-Abschnittes ausfüllt. In ostwestlicher Richtung verlaufend, überhöht es den Dscha um 150 bis 200 m und hat auf seinem Nordhang schrof­fere Formen und bedeutendere Steilabfälle, als nach unserer neuen Grenze hin. Sein prächtiger Busch­bestand, vielfach mit lichtem Unterholz, sein frucht­barer und unberührter Boden, die klaren Quellwasser und angenehmen klimatischen Verhältnisse machen es unerklärlich, daß dies günstige und landschaftlich schöne Siedlungsgebiet nicht von vielen Tausenden von Eingeborenen bewohnt ist. Moskito und Tsetse waren auf den Höhen fast gar nicht zu spüren. Zahl­reichere Elefanten wurden im Flußgebiet des Bandama, insbesondere in seinem Oberlauf, fest­gestellt, wo auch die meisten Büffel und Schweine vorkamen. Indes war es schwer, zu Schuß zu kom­men ; die unaufhörlichen Jagdzüge der Bumanjok, dieses scheuen Zwerg- und Jägervolkes, tragen die Schuld an der Scheuheit des Wildes und tun den